NLA HA Dep. 19

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Grafen/Freiherren Grote, Schauen/Jühnde: Urkunden und Akten

Laufzeit

1231-1903

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Urkunden, Repertorien, Amtsbücher, Rechnungen, Steuersachen, Korrespondenz, Prozesssachen, Forstsachen, Ablösungssachen, Inventare, Zehntsachen, Erbschaftssachen, Pachtsachen, Verkoppelungen, Pfarr- und Schulangelegenheiten
Findmittel: EDV-Findbuch 2009
Umfang: 55 Urkunden, 11,7 lfdm (Akten und Amtsbücher)

Bestandsgeschichte

I. Zur Geschichte der Familie Grote

Das Adelsgeschlecht Grote, dessen Mitglieder seit 1162 als Vögte zu Lüneburg nachweisbar sind, gehört zum Uradel des Fürstentums Lüneburg. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts sind die Grote im Besitz des Erbtruchsessenamtes. Nach Verlust ihres Burglehens auf dem Lüneburger Kalkberg (1371) bauten sie ihren Grundbesitz im Harburger Raum aus und wurden dabei eine der reichsten Familien des Landes. Im 16. Jahrhundert stiegen einzelne Mitglieder im Dienst des Welfenhauses als Beamte und Offiziere auf. Der wohl bedeutendste Vertreter war Otto Grote, der 1689 nach Erwerb des Reichslehens Schauen in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. 1809 erhielt Otto Freiherr Grote das preußische Grafendiplom und begründete damit eine gräfliche Linie. Im 19. Jahrhundert gab es eine ältere Linie Grote-Schauen und eine jüngere Linie Breese-Jühnde. Diese jüngere Linie spaltete sich in vier Zweige, eine gräfliche auf Breese im Bruche (mit eigenem Archiv) und drei freiherrliche, auf Wedesbüttel, auf Jühnde und auf Schnega.

Den umfangreichen Familienbesitz konzentrierte das Geschlecht im späten Mittelalter im nordöstlichen Teil des Fürstentums Lüneburg, und zwar in der 1672 an Herzog Georg Wilhelm verkauften Herrschaft Stillhorn bei Harburg sowie um Bleckede, Harburg, Tostedt und Medingen. Im 16. Jahrhundert kamen noch die Güterkomplexe Breese im Bruche, Klötze und Ribbesbüttel, 1664 die Herrschaft Jühnde sowie 1684 das Amt Schauen (heute im Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt) hinzu. Im alten Königreich Hannover verfügte die Familie über Güter in Bleckede, das Stillhornsche Lehnskapital, Horn, Martinsbüttel, Wedesbüttel, Harpe, Schnega, die Elbinsel Neuhof im Reiherstieg, Breese im Bruche, Harburg, Stadensen und Wrestedt (alle im Fürstentum Lüneburg), Mandelsloh im Fürstentum Calenberg und Jühnde im Fürstentum Göttingen.


II. Bestandsgeschichte

Der

Bestand der Linie Schauen wurde 1897 von dem damaligen Senior Freiherr W. Grote zu Eisenach im Staatsarchiv Hannover deponiert. Eine erste größere Nachlieferung im Umfang von zwei Aktenschränken aus Jühnde und vier Kisten aus Schauen erfolgte im Frühjahr 1900. Einzelne Stücke wurden 1913 und 1930 nachgereicht. Vor dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Bestand aus drei Teilen zusammen: 1. der Senioratsregistratur (1644-1883), 2. der Familienregistratur (1533-1879) sowie 3. den Urkunden und Akten betreffend die Herrschaft Schauen im Landkreis Wernigerode (14.-19. Jh.).

Im Juli 1937 kamen - mit einem eigenen Depositalvertrag des Freiherrn Karl Grote auf Jühnde - Urkunden, Akten, Amts- und Gerichtsbücher des Gutsarchivs Jühnde (Landkreis Göttingen) hinzu. Nach den Bestimmungen des Depositalvertrages sollte das Jühnder Archiv mit dem Dep. 19 Grote - Schauen unter einer Nummer geführt werden und als Bestandteil des Depositums der gräflichen und freiherrlichen Gesamtfamilie gelten, doch sollte der Jühnder Bestand für sich verzeichnet und aufgestellt werden und lediglich der Verfügung des Depositars oder seiner Erben unterstellt sein.

Im Zweiten Weltkrieg hat der Bestand erhebliche Verluste erlitten, die im Wesentlichen die Schauener Archivalien betreffen. Auch die Findbücher gingen damals verloren und mussten nach dem Krieg neu angefertigt werden.

Am 8./9. Oktober 1943 sind die Handschriften und die wertvollsten Teile der Seniorats- und Familien-Registratur untergegangen. Aus dem Archiv der Linie Schauen sind bis auf geringe Reste der Seniorats- und Familienregistratur heute nur noch die Gutsregistratur Wedesbüttel im Landkreis Gifhorn (Dep. 19 Grote - Schauen B) sowie die Urkunden (Dep. 19 Grote - Schauen A) erhalten. Das Depositum der Linie Jühnde (Dep. 19 Grote - Jühnde) ist hingegen komplett erhalten geblieben. Allerdings haben diese Bestände durch das

Leinehochwasser im Februar 1946 zum Teil starke Wasserschäden erlitten.


III. Bestandsinformation

Linie "Schauen"

Von dem Archiv der Herrschaft Schauen ist außer den Urkunden(Dep. 19 Grote - Schauen A) nichts erhalten. Den weitaus größten Teil der ca. 280 überlieferten Schauener Urkunden des Zeitraums von 1231 bis 1853 machen Lehnsurkunden aus; ab 1541, der ersten Gesamtbelehnung der Grote durch die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, ist die Reihe der Belehnungen fast vollständig erhalten. Bestandsfremde, wahrscheinlich durch die Sammeltätigkeit des Historikers Julius Grote (1808-1872) dem Bestand Dep. 19 Grote - Schauen A hinzugefügte Stücke sind: Dep. 19 Grote - Schauen A Nr. 20 (Regenstein), Nr. 40 (Delitzsch), Nr. 62 (Papst Sixtus IV. für Gardelegen), Nr. 64 (Delitzsch), Nr. 78/2 (Hoya) und Nr. 118 (Michaelstein).

Die Regesten stützen sich für die ältere Zeit wesentlich auf W. Grotefend, Regesten der Familie Grote, sind aber teilweise in Bezug auf Personen- und Ortsnamen erweitert. Personen- und Familiennamen sind in den Regesten meist in der Originalbeschreibung wiedergegeben, während bei den Ortsnamen neben der alten auch die moderne Schreibung, soweit nötig, gegeben wurde. Nicht festzustellende oder strittige Orte sind mit ? versehen.
Bei einigen stark durch das Hochwasser geschädigten Stücken war eine Identifizierung nicht möglich. Auf Wasserschäden ist jeweils hingewiesen.

Linie "Jühnde"

Im Bestand Dep. 19 Grote - Jühnde (Teilbestände A-D)befinden sich Urkunden, Akten sowie Amts- und Gerichtsbücher des Gutsarchivs von Jühnde (Kreis Münden), soweit sie zeitlich vor 1800 liegen. Das Depositum ist zum kleineren Teil (Dep. 19 Grote - Jühnde C Nrn. 61-73) Grotesches Familienarchiv und insofern eine Ergänzung des Dep. 19 Grote - Schauen (auch für die Lüneburger Besitzungen). Der größere Teil der Urkunden und Akten des Depositums betrifft die

Herrschaft Jühnde, die erst 1664 an die Familie Grote gekommen ist. Infolgedessen betreffen die älteren Urkunden und Akten über Jühnde nicht die Familie Grote, sondern ihre Vorgänger in der Gutsherrschaft, die Familien von Jüne, von Bovenden und von Adelebsen. Da Jühnde bis 1852 Patrimonialgericht war, befinden sich auch einige Gerichtsakten und -bücher im Depositum.


IV. Bestandserschließung

Die während des Zweiten Weltkrieges verloren gegangenen Findbücher wurden nach dem Krieg ersetzt. Für den Bestand Dep. 19 Grote - Jühnde wurde das sich noch in der Gutsverwaltung befindliche Findbuch im Jahr 1949 abgeschrieben. Die Akten des Bestandes Dep. 19 Grote - Schauen B wurden 1962, die Urkunden des Bestandes Dep. 19 Grote - Schauen A 1964 neu verzeichnet.
Im Urkundenbestand Dep. 19 Grote-Schauen A sind die Nrn. 96, 129, 132, 148, 168, 169, 204, 207, 221 u. 234 nicht besetzt.

Im Jahr 2008 wurden die älteren Findbücher durch Abschreiben in die EDV-Datenbank unter izn-AIDA übertragen.


V. Archivische Benutzung

Die Benutzung des Teilbestandes Dep. 19. Grote- Schauen kann aus konservatorischen Gründen (Wasserschäden) eingeschränkt werden. Ansonsten ist dieser Bestandsteil uneingeschränkt benutzbar.

Der Teilbestand Dep. 19 Grote-Jühnde ist nach den Bestimmungen des Depositalvertrages vom 17. Juli 1937 für die wissenschaftliche Forschung ohne Einschränkung zugänglich; die nichtwissenschaftliche Benutzung ist jedoch an die Genehmigung des Depositars gebunden.


VI. Hinweise

Der größte Teil der Akten des Patrimonialgerichts Jühnde ist heute im Bestand Hann. 72 Münden (Hann. 72 Münden) überliefert.

Die jüngeren Akten und Rechnungsbücher des Gutsarchivs Jühnde nach 1800 sind im Gutshaus Jühnde verblieben.

Die gräflich Groteschen Guts- und Familienarchive zu Wrestedt und Breese im Bruche, die 1953 vereinigt wurden, befinden sich heute in Wrestedt,

Kreis Lüneburg (Vgl. das Findbuch von Wilhelm Hartmann: FA 113).


VII. Literatur

Emmo Freiherr Grote, Wilhelm Grotefend, Geschichte des gräflichen und freiherrlichen Groteschen Geschlechts, o. O. 1891.

Regesten zur Geschichte des gräflichen und freiherrlichen Grote´schen Geschlechts/ nach den Sammlungen des Freiherrn Louis Grote-Neuhof und des Reichsfreiherrn Julius Grote-Schauen, im Auftrag der Gesamtfamilie bearb. von Wilhelm Grotefend, Kassel 1899.

Johann Christian Lünig, Corpus iuris feudalis Germanici, Leipzig 1727.

Albert Reinecke, Geschichte der freien Reichsherrschaft Schauen, Osterwieck 1889.

Gustav Stölting, Börries von Münchhausen (Hg.), Die Rittergüter der Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen: Beschreibung, Geschichte, Rechtsverhältnisse, Hannover 1912, S. 275-181.

Hans Friedrich Georg Julius [Hermann] Sudendorf (Hg.), Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und ihrer Lande, 11 Theile, Hannover1859-1883.

Wilhelm Friedrich Volger, Urkundenbuch der Stadt Lüneburg, 3 Bde., Hannover 1872-1877.

Hannover, im Juni 2009
gez. Dr. Claudia

Kauertz

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Jühnde [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

694

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Wedesbüttel [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

327

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Schauen [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

16618

Ebenen_ID

1