NLA HA Dep. 103 I

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Ältere Urkunden, Akten und Handschriften

Laufzeit 

1431-1904

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Die Benutzung des Bestandes unterliegt der Genehmigung des Depositars.

Bestandsgeschichte 

Dep. 103 I: Ältere Urkunden, Akten und Handschriften

Urkunden

Unter der Sammelbezeichnung "Urkunden" sind Einzeldokumente mit Urkundencharakter zusammengestellt worden, die samt und sonders keine organische Verbindung zum Hausarchiv des Königlichen Hauses Hannover haben, sondern diesem ebenso wie die Autografen durch Kauf oder Schenkung zugewachsen sind. Einige von ihnen (vgl. Dep. 103 I Nr. 8 bzw. Nr. 15) haben überhaupt keine Beziehung zur den Welfenlanden oder Niedersachsen, doch sind die meisten offenbar wegen der Vorkommens braunschweig-lüneburgischer oder doch wenigsten Hildesheimer Betreffe in die Sammlung gekommen. Als Empfänger der Urkunden treten in Erscheinung das Stift St. Blasius in Braunschweig (Dep. 103 I Nr. 1), die Tuchmachergilde Burgdorf (Dep. 103 I Nr. 6) und folgende niedersächsische Familien: von Berkefeld (Dep. 103 I Nr. 9), von Hedemann (Dep. 103 I Nr. 13), von Klammer (Dep. 103 I Nr. 2 bzw. Nr. 4), von Münchhausen (Dep. 103 I Nr. 3), Schenk von Winterstedt (Dep. 103 I Nr. 5, Nr. 7, Nr. 8, Nr. 10 bzw. Nr. 14), von Steinberg (Dep. 103 I Nr. 11), Voß - Nachrichter im Hildesheimischen - (Dep. 103 I Nr. 12) und Wichmann (Dep. 103 I Nr. 16). Es zeichnet sich also nur eine primäre Provenienz deutlicher ab: die 5 aus dem Besitz der Familie Schenk von Winterstedt stammenden Stücke, die wahrscheinlich bei irgendeiner Gelegenheit zusammen in den Besitz des Hauses Braunschweig-Lüneburg gelangt sind.

Eine nachträglich aufgenommene Urkunde (Dep. 103 I Nr. 4a) stammt aus den Akten des Oberhofmarschallamts über den Hausbesitz in der Leinstraße zu Hannover, ist also von echter Hausarchiv-Provenienz.


Akten

In der Abteilung I des Hausarchivs sind die Autografen welfischer Fürstlichkeiten der Mittleren Häuser Braunschweig und Lüneburg sowie des Neuen Hauses Lüneburg vereinigt. Sie sind das Ergebnis einer Sammeltätigkeit, die offenbar bezweckte,

Handschriften bzw. Unterschriften aller Mitglieder des welfischen Hauses zusammenzubringen. Das geschah neben einigen Schenkungen hauptsächlich durch den Erwerb von Autografen aus dem Antiquariat. Solche Ankäufe scheinen besonders unter Herzog Ernst August von Cumberland (gest. 1923) betrieben zu sein. Was zusammenkam, ist eine für die regierenden Herren seit dem 16. Jahrhundert annähernd vollständige, für die nicht regierenden und weiblichen Mitgliedern des Hauses jedoch sehr lückenhafte Reihe, die neben verhältnismäßig wenigen ganz eigenhändigen Briefen vorwiegend solche mit eigenhändiger Unterschrift (teilweise auch nur abgeschnittene Unterschriften) umfasst. Ihr Wert für die Hausgeschichte und noch mehr für die allgemeine Geschichte ist wegen des meist belanglosen Betreffs der Schriftstücke relativ gering. Sie haben vorwiegend nur Autografenwert. Dieser ist allerdings bei einzelnen Stücken wegen der Seltenheit der betreffenden Unterschriften nicht unbeträchtlich z. B. Dep. 103 I Nr. 19, Nr. 20 bzw. Nr. 23.

Die Sammlung ist zu etwa 2/3 (62 von 97) aufgebaut auf Schriftstücken, die an die Stadt Braunschweig gerichtet waren. Hierbei handelt es sich offenbar um Material, das aus Kassationen stammt: Papiere, die wegen ihrer geringen historischen Bedeutung nicht ins Stadtarchiv Braunschweig (wohin sie provenienzmäßig gehören) gelangt oder von diesem ausgeschieden sind. Die Betreffe sind dementsprechend im Allgemeinen geringfügig: Interzessionen (Fürschreiben) an die Stadt in den verschiedensten Rechtsangelegenheiten, Auseinandersetzungen und Mandate in Steuer-, Zoll- und Wirtschaftsdingen, Beschwerden über Belästigungen und Übergriffe, Zusammenkünfte von Unterhändlern usw. Im Einzelnen wenig ergiebig, gibt die Reihe in ihrer Gesamtheit doch ein nicht uninteressantes Spiegelbild der im 16. und 17. Jahrhundert oft so gespannten Beziehungen zwischen den Herzögen aller

Linien und ihrer (bis 1671 gemeinsamen) Hauptstadt.

Unter dem Gliederungspunkt 01.02.01.21.02 liegt eine zusammenhängende Gruppe von Schriftstücken über einen Aufruhr der Braunschweiger Schmiedegesellen im Jahre 1594 vor, als Nachtrag finden sich unter dem Gliederungspunkt 01.02.01.21.03 drei auf den 1604 hingerichteten Braunschweiger Bürgerhauptmann Henning Brabant bezügliche Vorgänge.

Gegen die Provenienz "Stadt Braunschweig" treten die übrigen Provenienzen stark in den Hintergrund. Es sind vorwiegend braunschweig-wolfenbüttelsche, auch hannoversche Behörden, Beamte und andere Personen sowie ein paar auswärtige Fürstlichkeiten und Regierungen. Provenienzmäßig am merkwürdigsten ein (inhaltlich unbedeutendes) Schreiben des Herzogs Georg von Calenberg an Wallenstein (Herzog von Friedland) aus dem Jahre 1627 (vgl. Dep. 103 I Nr. 92). Ungewiss oder unbestimmbar ist die Provenienz von nur 7 Stücken.

Es sein noch bemerkt, dass ein in der Autografensammlung vorgefundenes Schreiben des Herzogs Karl II. von Braunschweig an die Herzogin Friederike von Cumberland (spätere Königin von Hannover) in die Korrespondenz der letzteren überführt worden ist, wohin es provenienzmäßig gehört.

Die unter Dep. 103 I Nr. 177 vorliegende Kopie des Königsmarckbriefwechsels ist ihrerseits abgeschrieben - und zwar 1870 im Auftrage König Georgs V. durch eine von Onno Klopp bestellten Schreiber - von der Abschrift der in der Universitätsbibliothek zu Lund verwahrten Originale, die Mrs. Everett Green für sich in Lund hatte anfertigen lassen und dann an das Britische Museum verkaufte. Dort ist die in Gmunden liegende Kopie entstanden, die im Buchstabenbestand recht getreu ist, die Briefe aber in völlig verunordnetem Zustand wiedergibt (vgl. Georg Schnath, Der Königsmarckbriefwechsel. Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Bd. 51, Hildesheim 1952).

Die aus der

Deutschen Kanzlei in London hervorgegangenen Archivalien Dep. 103 I Nr. 160 bis 165 und Dep. 103 I Nr. 167 bis Nr. 175 sind mit dem Londoner Gesandtschaftsarchiv (VI 1, Rubrik A) an das Hausarchiv Gmunden gelangt und erst durch Mr. Willis aus diesem herausgenommen worden. Die Gegenakten der Geheimen Räte zu Hannover beruhen durchweg im Niedersächsischen Landesarchiv - Hauptstaatsarchiv Hannover.

Gmunden, April 1966/Oktober 1967
gez. Dr. Georg

Schnath

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet