NLA HA Nds. 460

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Nds. Staatstheater Hannover GmbH (NSH)

Laufzeit 

1914-2001

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners 

1. Nds. Staatstheater
Das "Niedersächsische Staatstheater Hannover GmbH" ist ein Mehrspartentheater mit den Sparten Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert. Es betreibt als Spielstätten das Opernhaus, das Schauspielhaus und die kleineren Bühnen Ballhof ("ballhofeins" und "ballhofzwei") sowie Cumberlandsche Galerie.

Zum 1. Januar 1921 war das Staatstheater in städtische Trägerschaft übergegangen, kehrte aber nach dem Zweiten Weltkrieg in die Obhut des Landes zurück (für die Ursprünge und ältere Geschichte siehe Vorwort zum Bestand Hann. 132). Das Opern- wie das Schauspielhaus haben 1943 durch Bombentreffer schwer gelitten. Auch das Schloss Herrenhausen ist zerstört worden (das dortige - nicht betroffene - Galeriegebäude war eine Spielstätte des Theaters). Trotzdem wurde noch in den letzten Kriegsjahren der Spielbetrieb wieder aufgenommen und auch nach dem Kriege bald fortgesetzt, zunächst vorrangig um dem Unterhaltungsbedürfnis der Soldaten der britischen Militärregierung (für die separate Vorstellungen gegeben wurden) entgegen zu kommen.

Gustav Rudolf Sellner (1905-1990) war im Zweiten Weltkrieg Generalintendant der Städtischen Bühnen Hannover (zuvor bis 1940 Oberspielleiter in Oldenburg, dann Intendant in Göttingen, später Deutsche Oper Berlin). Sellner war - außer berühmter Intendant und Regisseur und seit den 1960er Jahren Filmschauspieler - auch Bühnenlehrer und gründete 1943 die Theaterschule Hannover (später Celle), deren Leitung er auch innehatte.

Mit dem Jahr 1970 wurde das Landestheater Hannover in die privatrechtliche Rechtsform des "Niedersächsischen Staatstheaters Hannover GmbH" umgewandelt, um eine kaufmännische Führung des Hauses zu ermöglichen (die GmbH ist eingetragen beim Amtsgericht Hannover: HRB 4925). Wirtschaftlicher Hauptträger des statt öffentlich nun privat betriebenen Theaters blieb jedoch das Land Niedersachsen, das seine finanzielle Unterstützung schrittweise erhöhte.

1993 wurde das Land Niedersachsen alleiniger Gesellschafter (Gesellschaftervertrag 3.2.1993 beurkundet). Die Änderung des Vertrages wurde notwendig, nachdem die Landeshauptstadt Hannover dem Land durch den Hannover-Vertrag II vom Dezember 1992 ihre Anteil an der Nds. Staatstheater Hannover GmbH übertragen und sich verpflichtet hatte, auch die entsprechenden Grundstücke auf das Land übergehen zu lassen. Auch in der neuen Fassung des Gesellschaftsvertrages sind 11 Aufsichtsratsmitglieder vorgesehen. Davon werden 9 vom Land und 2 ArbeitnehmerInnen vom Betriebsrat der Gesellschaft entsendet. Die Amtsperiode dauert vier Jahre. Vorsitz und stellv. Vorsitz werden von den beteiligten Ministerien (MWK, MF) einvernehmlich festgelegt. Das Land stellt der Gesellschaft die Benutzung des Opernhauses, des Schauspielhauses, des Ballhofgebäudes, der Probebühne am Ballhof sowie das Werkstätten- und Magazingebäude in der Hildesheimer Straße - wie zuvor - kostenlos zur Verfügung, die auf den Grundstücken lastenden öffentlichen Abgaben und sonstige Betriebskosten trägt - wie bisher - die Gesellschaft ebenso wie die Kosten der Bauunterhaltung der Gebäude (Presseinformation Nr. 93013 II des MWK vom 3.2.1993; siehe ZGS 4 VII).

Größere Umbauarbeiten im Opernhaus fanden in den Jahren 1984/1985 und 1996-1998 statt. Im Unterschied zu den Sparten Oper und Ballett, die bereits 1950 das neueröffnete Opernhaus wieder nutzen konnten, musste sich die Sparte Schauspiel jahrzehntelang mit Provisorien im Ballhof, im Opernhaus und im Theater am Aegi begnügen. Erst 1992 konnte das neue Schauspielhaus an der Prinzenstraße bezogen werden, in das auch das 1928 gegründete Theatermuseum einzog. Zuletzt wurde 2007 das "Junge Schauspiel Hannover" als Teil des Staatstheaters gegründet.

2. Stichworte zur Theatergeschichte Hannovers
- 1689 Eröffnung der Hofoper im Leineschloss mit "Enrico Leone" von Agostino Steffani.
(1300 Sitzplätze für 11000 Einwohner)
- 1697 Es findet die vorläufig letzte Opernaufführung im Schlossopernhaus statt.
Schauspiele werden weiterhin gegeben.
- 1710 Georg Friedrich Händel wird Hofkapellmeister. Da Hannover kein Opernensemble hat, geht Händel 1712 nach London.
- 1769 Nach 71jähriger Pause wird im Schlosstheater wieder Oper gespielt; das deutsche Singspiel erobert Hannover.
- 1789 Am 4. Juni wird der von dem 26jährigen hannoverschen Maler Ramberg geschaffene Vorhang bei einer Festaufführung enthüllt.
- 1816 Erste Vorschläge von Laves zur Neugestaltung des Schlosstheaters.
- 1818 Gründung einer Aktiengesellschaft, um die Finanzlage des Theaters zu verbessern.
- 1831 Heinrich Marschner wird Hofkapellmeister.
- 1833 Am 30. September findet die hannoversche Erstaufführung von Marschners "Hans Heiling" statt.
- 1837 König Wilhelm IV. von England übernimmt das Theater als "wirkliches Hoftheater". Am 28. Juni wird (nach dem Tode Wilhelms IV. und der Trennung von England) Ernst August König von Hannover.
- 1843 König Ernst August beauftragt seinen Oberhofbaurat Georg Ludwig Friedrich Laves mit der Planung eines neuen Opernhauses.
- 1845 Baubeginn des neuen Opernhauses.

- Am 27. Juni 1852 findet die letzte Vorstellung im großen Schlosstheater statt. Nach siebenjähriger Bauzeit wird am 1. August 1852 das Laves-Opernhaus mit dem Festspiel "Kunst und Natur" eröffnet, zu dem Heinrich Marschner die Kompositionen geschaffen hatte. Als eigentliche Festvorstellung folgt Goethes "Torquato Tasso". erste Opernaufführung im neuen Haus: Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" am 5. September 1852. (1800 Sitzplätze) Am 8. Mai bereits Einweihung des Konzertsaales im neuen Opernhaus mit einem Festkonzert. (700 Sitzplätze)
- 1854 Laves lässt das barocke Schlossopernhaus abreißen.
- 1866 Das hannoversche Theater wird der Berliner Generalintendanz unterstellt.
- 1921 Übernahme aller Rechte und Pflichten für das ehemalig königliche Opernhaus durch die Stadt.
- 1924 Rudolf Krasselt wird musikalischer Leiter.
- 26. Juni 1943 Zerstörung bis auf die Grundmauern.
- 12. August 1943 Opernaufführungen im noch intakten Galeriegebäude in Herrenhausen (bis Herbst 1944).
- 11. Mai 1945 Spielbetrieb in Herrenhausen wird wieder aufgenommen mit "Cavalleria rusticana" und "Der Bajazzo".
- November 1949 Die Stadt beschließt den Wiederaufbau des zerstörten Opernhauses nach den Plänen des Architekten Werner Kallmorgen.
- 30. November 1950 Nach nur zehnmonatiger Bauzeit wird das Opernhaus mit dem "Rosenkavalier" wiedereröffnet.
- Weiterer Ausbau in den Folgejahren. Die Akustik wird bemängelt.

- 1. Januar 1970 Umbenennung des Landestheaters Hannover in Nds. Staatstheater Hannover GmbH.
- 1976 Gründung der "Gesellschaft der Freunde des Opernhauses e.V." (GFO)
- Ende 1977 Beginn der Vorplanungen für die Umgestaltung des Zuschauerraumes
- Dezember 1983 Das Land Niedersachsen und die Landeshauptstadt Hannover beschließen den dringend erforderlichen Umbau.
- 5. Juli 1984 Abschied vom alten Zuschauerraum. Umbauarbeiten nach den Plänen des Architekten Prof. Dieter Oesterien.
- 23. November 1985 Wiedereröffnung des Opernhauses mit "Moses und Aron" von Arnold Schönberg. (1207 Sitzplätze)
- 29. Januar 1989 Premiere der Neuinszenierung von "Enrico Leone" von Agostino Steffani zum 300jährigen Jubiläum der Hannoverschen Oper.
- 30. Januar 1989 Geburtstagsfeier zum 300jährigen Jubiläum der Oper in Hannover.
- Dezember 1989 In Hannover findet zum ersten Mal ein Gesangswettbewerb statt.
- September 1991- April1993 Erarbeitung einer Neuinszenierung von Wagners Zyklus "Der Ring des Nibelungen" durch Hans-Peter Lehmann.
- Oktober 1991 Erster internationaler Violinwettbewerb von Hannover.
- 18. Dezember 1992 "Kulturvertrag" (Vertrag zur Bereinigung der kulturellen und wirtschaftlichen Beteiligungsverhältnisse und zur Sicherstellung des kulturellen Angebotes)
- Dezember 1992 Zweiter hannoverscher Gesangswettbewerb.
- Oktober 1993 Zweiter Internationaler Violinwettbewerb.
- 29. Januar 1994 Andreas Homoki inszeniert in Hannover Reimanns "Das Schloss".
- 22. September 1995 Die Staatsoper feiert des 200. Geburtstag von Heinrich Marschner mit einem Festakt.
- September 1996 Andreas Delfs wird neuer Generalmusikdirektor von Hannover. Er bringt in seiner ersten Spielzeit die Erstaufführungen von Henzes "König Hirsch" und Brittens "Billy Budd" und führt die Gesprächskonzertreihe "7pm" ein.

- 13. April 1997 Letzte Veranstaltung im Opernhaus vor Beginn des Bühnenumbaus (1. Phase: Obermaschinerie).
- 19. April 1997 Aufnahme des Spielbetriebes in der Ausweichspielstätte Theater am Aegi.
- 17. Oktober 1997 Wiedereinzug ins Opernhaus mit einem "Künstlerfest". Beginn der Interimsspielzeit im Opernhaus.
- Oktober 1997 3. Internationaler Violinwettbewerb.
- 11. März 1998 Deutsche Erstaufführung der Neufassung "Le Grand Macabre" von György Ligeti unter der musikalischen Leitung von Andreas Delfs. (Inszenierung: Ernst-Theo Richter).
- April 1998 Beginn der 2. Umbauphase (Untermaschinerie).
- 19. April 1998 Nochmaliger Umzug ins Theater am Aegi als Ausweichspielstätte für das letzte Drittel der Spielzeit.
- 13. November 1998 endgültige Rückkehr in das renovierte Opernhaus an der Georgstraße mit dem
großen Venedig-Künstlerfest.
- 3. April 1999 Europäische Erstaufführung der Oper "Die Geister von Versailles" von John Corigliano.
- 2. April 2000 Abschlusskonzert des Internationalen Gesangswettbewerbs der Finalisten Orfeo 2000.
- 20. Mai 2000 Uraufführung der Auftragsoper zur EXPO 2000 "Gilgamesh" von Volker David Kirchner.
- Ab 1. Juli 2000 zahlreiche Gastspiele und Sonderkonzerte anlässlich der EXPO 2000.
- 15. Juli 2000 Vollendung des Monteverdi-Zyklus im Ballhof mit der Premiere "Die Krönung der Poppea".
- 4. November 2000 Beginn des dritten weltgrößten Violinwettbewerbs in Hannover.
- 30. November 2000 Das Opernhaus an der Georgstraße feiert seinen 50. Geburtstag nach dem Wiederaufbau.
- Januar 2001 Zahlreiche Feierlichkeiten aus Anlass von Verdis 100. Todestag.
- 19. Juni 2001 Premiere der letzten Neuinszenierung der Ära Hans-Peter Lehmann Hindemiths "Mathis der Maler".
- 8. Juli 2001 Abschiedsmatinee und letzte Vorstellung der Ära Hans-Peter Lehmann.

- 22. September 2001 Großes Eröffnungsfest unter dem Motto "Eure Oper" zum Spielzeitbeginn unter der neuen künstlerischen Leitung der Staatsoper Hannover: Intendant Albrecht Puhlmann, GMD Shao-Chia Lü, Ballettdirektor Stephan Thoss.
- 23. September 2001 Eröffnungspremiere "Aida", inszeniert von Andreas Homoki.
- 29. September 2001 Erste Ballettpremiere unter Stephan Thoss: "Perpetuum mobile".
- Juli/August 2002 Renovierung des Foyers.
- 31. August 2002 Eröffnungsfest mit passo-Sternmarsch von Hans-Joachim Hespos, gleichzeitig 150-Jahr-Feier des Operngebäudes von Laves.
- 2007 Gründung des "Jungen Schauspiels Hannover" im Ballhof, das insbesondere auf die Theaterarbeit mit und für Jugendliche und Schulen zielt.
- seit 2007 "Festival Theaterformen" (Internationales Theaterfestival, 1990 in Braunschweig gegründet) findet im Juni abwechselnd in Braunschweig und Hannover statt, jeweils veranstaltet vom Niedersächsischen Staatstheater Hannover bzw. Staatstheater Braunschweig.
- seit Herbst 2009 theaterpädagogische Projekte (Förderung durch die Region Hannover u.a.) und Kooperationen (z.B. mit enercity) für Inszenierungen des Jungen Schauspiels Hannover.
- 2009 Eröffnung der Cumberlandschen Bühne (bisherige Probebühne) im Cumberlandschen Gebäude als Spielort für Gegenwartsdramatik.
- 2012 Uraufführung des Stückes "Tod und Wiederauferstehung der Welt meiner Eltern in mir" von Nis-Momme Stockmann (2014 ausgezeichnet mit dem Dramatikerpreis der Deutschen Wirtschaft).
- Januar 2013 Uraufführung des Stückes "Von den Beinen zu kurz" der Dramatikerin Katja Brunner (2013 ausgezeichnet mit dem Mülheimer Dramatikerpreis).
- März 2014 Premiere des Stückes "Corpus delicti" von Juli Zeh (2014 ausgezeichnet mit dem Hoffmann-von-Fallersleben-Preis).

3. Intendanten und Direktoren ab 1945
Oper:
1945-1951 Rainer Minten
1953- 1965 Kurt Ehrhardt, Generalintendant, seit 1948 schon Schauspieldirektor
1960-1972 Reinhard Lehmann, Operndirektor
1971-1980 Günther Roth, 1973 Generalintendant
1980-2001 Hans-Peter Lehmann
2001-2006 Albrecht Puhlmann
seit 2006 Dr. Michael Klügl

Generalmusikdirektoren (GMD):
1945-1949 Franz Konwitschny
1947-1949 Horst Schneider
1948-1955 Gottfried Weiße
1949-1960 Johannes Schüler
1961-1965 Günther Wich
1965-1993 George Alexander Albrecht
1993-1996 Christof Prick
1996-2000 Andreas Delfs
2001-2006 Shao-Chia Lü
2006-2011 Wolfgang Bozic
2011-2016 Karen Kamensek
ab 2016 Ivan Repušić

Schauspielhaus:
1948-1965 Kurt Ehrhardt, Schauspieldirektor, später Chefintendant und Generalintendant
1965-1973 Franz Reichert
1975-1978 Herbert Kreppel, Schauspieldirektor
1978-1988 Alexander May, Schauspieldirektor, ab 1980 Intendant
1988-1993 Eberhard Witt
1993-2000 Ulrich Khuon
2000-2009 Wilfried Schulz
seit 2009 Lars-Ole Walburg

Stand: September 2004 (ergänzt und aktualisiert Mai/November 2015)

Bestandsgeschichte 

1. Anbietungen und Bewertungsentscheidungen

Der Bestand Nds. 460 ist erst vor wenigen Jahren angelegt wurden, nachdem in Rücksprache mit der Staatskanzlei und dem Finanzministerium geklärt wurde, dass das damalige HStA Hannover auch für die Archivierung von Unterlagen des in Form einer GmbH geführten Nds. Staatstheaters zuständig ist. In den Bestand sind danach zwischen 2002 und 2005 vier Ablieferungen aus der Altregistratur des Staatstheaters eingegangen. Er ist nicht abgeschlossen, weitere Abgaben in Zukunft sind zu erwarten.

Bei einem ersten Besuch im Nds. Staatstheater im August 2000 wurden folgende Aktengruppen ermittelt:

- Personalakten
- Produktionsakten (Akten über Aufführungen)
- Korrespondenzen
- Korrespondenz des Theatermuseums
- Finanzbuchhaltung
- Aufsichtsratsprotokolle
- Figurinen (Kostümentwürfe)

Seitens des Staatstheaters sollte solches Schriftgut angeboten werden, welches bei der Erfüllung der Aufgabe "Theater" angefallen ist, d.h. im Wesentlichen Sach- und Personalakten. Als archivwürdig wurden u.a. Personalakten (in Auswahl mit Hilfe von Verzeichnissen und Stichproben), Verwaltungsakten (ausgewählte Akten aus den Bereichen Verwaltungsdirektion, Prokurist, Personalabteilung und Finanzbuchhaltung) und Akten des Technischen Direktors (Auswahl von 1-2 Akten pro Jahr) bewertet. Akten ehemaliger Intendanten waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden; anfallendes Schriftgut künftiger Intendanten soll in Zukunft allerdings ebenfalls angeboten werden.

Bei den Personalakten sind folgende Personenkreise als grundsätzlich archivwürdig bewertet worden:

- Theaterleitung (Intendanz)
- Regisseure, Regieassistenz, Oberspielleiter
- Schauspieler
- Opernsänger
- Kapellmeister
- Konzertmeister, Dirigenten
- Ballettmeister
- Solotänzer
- Bühnenbildner

2. Zusammensetzung des Bestandes

Laut Schreiben der Theaterleitung von 1944 sind bei den Bombenangriffen 1943 auf die beiden Spielstätten die laufenden Akten komplett vernichtet worden (vgl. Nds. 460 Acc. 2003/229 Nr. 134), so dass die Aktenführung des Theaters neu angelegt werden musste. Daher beginnen die Akten erst wieder mit dem Jahr 1943 (sie wurden nach 1945 fortgeführt und kommen daher zu Nachkriegsbestand Nds. 460). In ihnen spiegelt sich der Kulturbetrieb in der ausgehenden nationalsozialistischen Zeit unter den Bedingungen des Krieges, die in die Zerstörung mündete, und der sukzessive Wiederbeginn in der Nachkriegszeit wider.

Einzelne Personalübersichten der 1930er Jahre konnten offenbar vor der Vernichtung gerettet werden und wurden trotz der zeitlichen Abgrenzung zu Hann. 132 bei Bestand Nds. 460 belassen.

Neueres Schriftgut des Staatstheaters wurde erst vereinzelt übernommen, darunter Korrespondenzen der Theaterleitung, Materialsammlungen zu Aufführungen und Stücken, Gastpiele, Tarif- und Betriebsratsangelegenheiten, Statistiken, Bewerbungen von Künstlern und Beschwerdebriefe. Aus dem jüngeren Zeitabschnitt werden arbeitsgerichtliche Prozesse, Geschäftsberichte, Korrespondenzen mit der Stadt Hannover, Reaktionen auf Theateraufführungen, Neu- und Umbauten dokumentiert.

Der beigegebene Personenindex enthält nicht alle Personennamen der Personalakten. Da diese in den einzelnen Berufssparten aber alphabetisch angeordnet sind, ergibt sich für das Auffinden kein Problem.

Stand: September 2004 (ergänzt Mai/November 2015)

Enthält 

Schriftwechsel, Statistiken, Bausachen, Gesellschafterversammlungen, Verwaltungsratssitzungen, Personalangelegenheiten, u.a. der Schauspieler, Sänger und Tänzer, Konzertprogramme, Gastspiele, Probenbücher u.a.

Literatur 

Johann Frerking, Augenblicke des Theaters. Aus vier Jahrzehnten hannoverscher Bühnengeschichte, Velber 1963.

Sabine Hammer, Oper in Hannover. 300 Jahre Wandel im Musiktheater einer Stadt, Hannover o.J. (ca. 1990).

Rudolf Lange, Kleiner Spaziergang durch Hannovers Theatergeschichte, Hannover 1994, (=prinzenstraße, Heft 2).

Friedrich Lindau, Hannover. Wiederaufbau und Zerstörung. Die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität, 2. Aufl. Hannover 2001, S. 255 ff.

Homepage des Nds. Staatstheaters Hannover

Siehe

Korrespondierende Archivalien 

Weitere Akten zum Nds. Staatstheater:
- Nds. 58 (Protokolle des Aufsichtsrates aus den Handakten von Dr. Scheel);
- Nds. 401 (vgl. Acc. 123/81 und Acc. 2000/155; u.a. zur Aufsicht des Ministeriums, zu Personalangelegenheiten und zur Vertretung des Landes im Verwaltungsrat);
- Nds. 120 Hannover (u.a. zur Zuweisung von Landesmitteln an die GmbH);
- Nds. 171 Hannover Nr. 38955 (Entnazifizierungsakte Sellner);
- Nds. 200 Acc. 2006/062;
- ZGS 2/1 (vgl. Nr. 90-91 und Nr. 234);
- ZGS 2/2 (vgl. Nr. 191, Nr. 194 und Nr. 195)

Über die Ursprünge und ältere Entwicklung vor 1945 siehe:
- Cal. Br. 8 (Bühnenwesen in Hannover 1604);
- Hild. Br. 1 (Schauspieler im 18. Jh.);
- Hann. 91 Heiliger (Nachlass Heiliger, u.a. Theaterzettel 1730-1824);
- Hann. 132 (Intendantur des Hoftheaters Hannover, 1815-1887) als unmittelbaren Vorgängerbestand (siehe auch Beständeübersicht, Bd. 2, S. 241f);
- Dep. 103 (04) Nr. 255, 304, 306 und 309 (zum Hoftheater 1839-1866);

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

7,6

Bearbeiter 

Dr. Sven Mahmens (2004)

Dr. Christian Helbich (2015)

Benutzung 

Das Archivgut kann im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover unter Berücksichtigung der Einhaltung von Schutz- und Sperrfristen nach §5 Niedersächsisches Archivgesetz (NArchG) eingesehen werden.

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Hannover, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

2369

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Stadt Hannover

Zeit von 

1974

Zeit bis 

2000

Objekt_ID 

23

Ebenen_ID 

120

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Stadtkreis Hannover

Zeit von 

1928

Zeit bis 

1974

Objekt_ID 

3232027

Ebenen_ID 

20