NLA HA Nds. 119

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Institut für Landesplanung und Landesentwicklung, Uni Göttingen

Laufzeit

1929-1988

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

ehemals Provinzialinstitut für Landes- und Volkskunde von Niedersachsen; zuständig für die Pflege der Verbindung zwischen der niedersächsischen Landesverwaltung und dem akademischen Nachwuchs insbesondere auf dem Gebiet der Landesplanung und Landeskunde

Geschichte des Bestandsbildners

Das "Niedersächsische Institut für Landeskunde und Landesentwicklung" an der Universität Göttingen wurde im Jahre 1937 unter dem Namen "Provinzialinstitut für Landes- und Volkskunde von Niedersachsen" anlässlich der 200-Jahrfeier der Georg-August-Universität vom Oberpräsidenten der Provinz Hannover als Zweigstelle des gleichnamigen Provinzialinstituts in Hannover eingerichtet In Hannover sollte die Forschung, in Göttingen die Lehre ihren Schwerpunkt haben.

Nach dem Kriege firmierte es ab 1946 als "Institut für Landesplanung und niedersächsische Landeskunde an der Universität Göttingen", ab 1959 als "Niedersächsisches Institut für Landeskunde an der Universität Göttingen", mit Wirkung vom 1. Juli 1962 als "Niedersächsisches Institut für Landeskunde und Landesentwicklung" an der Universität Göttingen. Auch nach dem Kriege blieb die enge organisatorische und personelle Verbindung zu dem zunächst dem Oberpräsidenten, dann dem Innenminister zugeordneten "Niedersächsischen Amt für Landesplanung und Statistik" bestehen, als dessen Sonderabteilung es im Organisationsplan ausgewiesen war.

Schon 1959, nicht ganz ein Jahr nach der Eingliederung dieses Amtes in das 1958 gegründete Niedersächsische Landesverwaltungsamt (NLVwA), wurde das "Institut für Landesplanung und niedersächsische Landeskunde an der Universität Göttingen" aus dem NLVwA ausgegliedert und dem Niedersächsischen Minister des Innern (MI) unmittelbar unterstellt, bis es, genau 50 Jahre nach seiner Gründung, durch Beschluss des Landesministeriums vom 1. Dezember 1987 (Nds. MBl. 1988 S. 42) wieder aufgehoben wurde.

Die Geschichte des Instituts ist auf engste mit der Person Kurt Brünings verknüpft. Nach Brünings Absicht sollte das Institut die Verbindung zwischen der niedersächsischen Landesverwaltung und dem akademischen Nachwuchs insbesondere auf dem Gebiet der Landesplanung und Landeskunde pflegen. Nach § 2 der am 1. Mai 1961 in Kraft getretenen Satzung des Instituts (Nds. MBl. S. 497) hatte das Institut die Aufgabe, "die landeskundlichen Probleme, deren Lösung für die Entwicklung des Landes Niedersachsen wichtig ist, zu untersuchen, hierbei die Systematik und Methodik der Raumforschung als Grundlage für die Landesplanung weiterzuentwickeln und in seinen Arbeiten die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis zu pflegen." In § 5 wurde die Bildung eines Beirates verfügt, der das Forschungs- und Veröffentlichungsprogramm beschließt.

Während früher die historisch-landeskundlichen und geographisch-kartographischen Themen im Vordergrund der Institutsarbeit standen, waren es zuletzt vornehmlich Probleme der Landesentwicklung, die von Aspekten der Raumordnung und Landesplanung bis zur Landespflege und zum Umweltschutz sehr weit verstanden wurde. Zusammen mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft zum Studium Niedersachsens e. V. gab das Institut die Zeitschrift "Neues Archiv für Niedersachsen" (NArchNdSachs) heraus, das den wissenschaftlichen Mitarbeitern als Publikationsorgan diente. An dem dort veröffentlichten Themenkreis wird diese Wandlung noch deutlicher als an den o. g. Änderungen im Namen des Instituts.

Stand: März 1988

Bestandsgeschichte

Bei der Auflösung des Instituts im Dezember 1987 wurde die Institutsbibliothek zwischen der Universitätsbibliothek und dem Geographischen Institut aufgeteilt, soweit die Druckschriften nicht vernichtet wurden. Die Dienstakten gingen an den MI, soweit sie kurrent waren. Sechs Aktenordner aus dem Bereich "Dienststellenverwaltung" wurden im Zusammenhang mit einer Sichtung des restlichen Materials im Institut (Dezember 1987) übernommen. Weitere 30 Aktenordner enthielten überwiegend Material, das Brüning 1958 bei seiner Übersiedlung von Hannover nach Göttingen mitgebracht hatte und seitdem auf dem Institutsboden unbenutzt gelegen hatte. Es betrifft Fragen der Reichs-, Länder- und Kreisreform, inklusive Brünings Tätigkeit im Luther-Ausschuß. Der Ordnungszustand, in dem sich dieses Material befand, war teilweise weniger gut.

Die Provenienz ist so breit gestreut wie die Tätigkeit und die Ämter, die Brüning innehatte, vom Göttinger Institut über das Niedersächsische Amt für Landesplanung und Statistik und den Minister des Innern Referat I/7, über das Landesdirektorium-Archiv für Landeskunde und die Akademie für Raumforschung, über die Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft bis hin zu den Ausschüssen, denen er angehörte, vornehmlich dem Sachverständigenausschuss für die Neugliederung des Bundesgebietes (Luther-Ausschuss). Dementsprechend sind einige Parallelbestände heranzuziehen (siehe unten).

Stand: März 1988

Eine Ergänzung des Bestandes erfolgte 1997 nach einer weiteren Abgabe von Akten durch das Niedersächsische Innenministerium.

Stand: August 2001

Enthält

Verwaltungs- und Personalangelegenheiten, v.a. Beiratssitzungen und Tätigkeitsberichte, Publikationen, Material zur Kreis- und zur Reichsreform, zur Neugliederung des Reichs und der Länder vor 1945 und zur Neugliederung der Bundesrepublik Deutschland und Niedersachsens nach 1945, darunter Luther-Gutachten

Literatur

Kurt Brüning: Zur Geschichte des Niedersächsischen Amtes für Landesplanung und Statistik, in: NArchNdSachs 5, 1951/52, S. 305-323, besonders S. 312.

Dietrich Steckhan: Das Niedersächsische Institut für Landeskunde und Landesentwicklung an der Univ. Göttingen, in: NArchNdSachs 23, 1974, S. 117-121.

Nachruf von Emil Meynen: Kurt Brüning 1897-1961, in NArchNdSachs 12, 1963, S. 141 ff. und BerrDtLdKde 32, 1964 S. 82-99.

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Hann. 122 a (Oberpräsidium),
Nds. 100 (Innenministerium, insbes. Acc. 51/84, Nr. 26-29, 920-927),
Nds. 110 (Landesverwaltungsamt),
ZGS 2/1 (Zeitungsausschnittsammlung des NLVwA).

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M.

4,5

Bearbeiter

Dr. Hubert Höing (1988)

Dr. Brage Bei der Wieden (2001)

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

teilweise verzeichnet

Abgeschlossen: Nein

Georeferenzierung

Bezeichnung

Göttingen, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

677

Ebenen_ID

1