NLA AU Rep. 5i

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Landesdeputation (1806/07)

Laufzeit

1806-1807

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Nach dem Einmarsch der Holländer 1806 bildete sich eine Kommission aus je drei Vertretern von Regierung, Kriegs- und Domänenkammer und Landständen, die ein halbes Jahr die Kontributionen für die Besatzungsmacht eintrieb und deren Wünsche ausführte.

Bestandsgeschichte

VORWORT

Schon wenige Tage nach der preußischen Niederlage gegen die Streitkräfte Napoleons bei Jena und Auerstädt am 4. Oktober 1806 rückten Truppen des napoleonischen Satellitenkönigreichs Holland über das Amt Leer nach Ostfriesland ein. Unter dem Eindruck des bereits begonnenen Einmarsches bildeten Regierung und Kammer am 26. Oktober eine Landesdeputation, zu der auch Vertreter des landständischen Administratorenkollegiums hinzugezogen wurden. Diese Landesdeputation stellte gleichsam eine einheitliche Kollegialbehörde dar, durch die Ostfriesland geschlossen gegenüber der Besatzungsmacht auftreten konnte. Ihr gehörten von seiten der Regierung der Regierungspräsident von Schlechtendahl sowie die Regierungsräte Hesslingh und Schepler, von seiten der Kriegs- und Domänenkammer der Kammerpräsident von Bernuth sowie die Kriegs- und Domänenräte Bley und von Rappard an, während es dem sechsköpfigen Administratorenkollegium freigestellt war, seine drei Vertreter von Woche zu Woche neu zu bestimmen oder sich auch durch den Landschaftssekretär Wiarda vertreten zu lassen. Als Repräsentant des Harlingerlandes in der Landesdeputation wurde gelegentlich - offensichtlich ohne formal Mitglied zu sein - der Oberamtmann von Esens Bölling zu deren Sitzungen, die täglich morgens elf Uhr stattfinden sollten, hinzugezogen. Angesichts guter Zusammenarbeit mit der holländischen Besatzungsmacht und angesichts der Bestätigung der bestehenden Behörden und der Beamten in Ostfriesland durch Holland blieb eine kontinuierliche und reibungslose Verwaltungsarbeit gewährleistet. Widerstand gegen die neuen Verhältnisse wurde von der preußischen Beamtenschaft und den Landständen nicht geleistet. Die Landesdeputation sah daher ihre Aufgabe schon bald als erfüllt an: sie trat am 5. März 1807 zu ihrer letzten Sitzung zusammen.

Als militärischer Generalgouverneur des Königreichs Holland in

Ostfriesland fungierte zunächst Generalleutnant Daendels, später Generalleutnant Bonhomme. Bereits vor dem Friedenschluss von Tilsit am 9. Juli 1807, in dem Preußen seine Länder zwischen Rhein und Elbe abtrat, kündigte sich die Angliederung Ostfrieslands an das Königreich Holland an. Am 23. Dezember 1806 wurde den Beamten in Ostfriesland ein Treueid auf König Louis Napoleon abgenommen. Eine an den Hof zu Den haag gerufene Vertretung Ostfrieslands, bestehend aus je einem Mitglied der Regierung, der Kammer und des Administratorenkollegiums, die ergänzt wurde durch einen Repräsentanten Jevers, erhielt im April 1807 Kenntnis von der bevorstehenden Anpassung der Verwaltung an diejenige des Königreichs Holland, woraufhin es schon im Juni zur Ablösung des militärischen durch einen zivilen Generalgouverneur kam. Aufgrund Gesetzes vom 30. Januar 1808 erfolgte die endgültige Aufnahme des Departements Ostfriesland, zu dem auch das Jeverland und die Herrlichkeiten Varel und Kniphausen geschlagen wurden, in das Königreich Holland.

Aurich, im Januar 1982
Moßig

Nachtrag:
Im Oktober 2008 wurde das vorliegende Findbuch von Herrn Steinbömer in AIDA überführt.
Aurich, im Oktober 2008
Dr.

Hermann

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet