NLA HA Nds. 110 B

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Landesverwaltungsamt: Landesvermessung

Laufzeit 

1938-1982

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners 

Vorbemerkung: Zur allgemeinen Entstehungsgeschichte des Niedersächsischen Landesverwaltungsamts siehe das Gruppenvorwort zum Tektonikpunkt "Landesverwaltungsämter".

Verwaltungsgeschichte der Abteilung B (Landesvermessung)

Die institutionellen Ursprünge der Landesvermessung, deren heutige Hauptaufgabe die Beschaffung von aktuellen Basisinformationen über das Landesgebiet für Verwaltung, Landesverteidigung, Wirtschaft und Forschung ist, gehen zurück auf die im Jahre 1875 gegründete und vornehmlich militärischen Zwecken dienende Preußische Landesaufnahme. Aus ihr wurde 1921 eine Zivilbehörde, das Reichsamt für Landesaufnahme, gebildet, das dem Reichsminister des Innern als eine ihm nachgeordnete Sonderbehörde unterstand (1).

Durch das Gesetz über die Bildung von Hauptvermessungsabteilungen vom 18. März 1938 (2) und den Durchführungsvorschriften des Reichministers des Innern vom 7. Juni 1938 (3) wurden einige Aufgaben dieser Zentralbehörde dezentralisiert und das Reichsgebiet in 14 Hauptvermessungsbezirke mit entsprechenden Hauptvermessungsabteilungen eingeteilt. Die Hauptvermessungsabteilung VII mit Sitz in Hannover war organisatorisch dem Regierungspräsidenten in Hannover angegliedert. Sie umfasste das Gebiet der Länder Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe, der Hansestadt Bremen und der Provinz Hannover ohne den Regierungsbezirk Osnabrück, welcher der Hauptvermessungsabteilung IX mit Sitz in Münsterzugeordnet war und erst auf Anordnung der britischen Militärregierung mit Wirkung vom 1. Juli 1946 zur Hauptvermessungsabteilung VII kam (4).

Die Hauptvermessungsabteilung VII wurde am 17. August 1945 als Abteilung XVII mit der Bezeichnung Landesvermessungsamt in das Oberpräsidium übernommen (5) und im Zuge der Neuorganisation des Oberpräsidenten der Abteilung I angegliedert (6). Auf Anordnung des Kontrollgenerals für das deutsche Vermessungswesen wurde die Bezeichnung Landesvermessungsamt wieder in Hauptvermessungsabteilung VII abgeändert. Mit der Aufhebung des Oberpräsidiums am 23. August 1946 übernahm das Ministerium des Innern die Zuständigkeiten der Abteilung I (Inneres) des Oberpräsidiums (7).

Die Einbeziehung des Vermessungswesens in den Zuständigkeitsbereich der Länder durch eine Militärverordnung 1947(8) erforderte eine Umorganisation und Neuordnung der Vermessungs- und Katasterverwaltung, die durch Beschluss des Niedersächsischen Staatsministeriums über die Aufhebung der Hauptvermessungsabteilung VII und die Bildung des Niedersächsischen Landesvermessungsamtes vom 11. November 1948 zustande kam (9). Die Durchführungsbestimmungen zu diesem Beschluss erließ der Niedersächsischen Minister des Innern am 27. November 1948 (10). Demnach wurden die Aufgaben der ehemaligen Hauptvermessungsabteilung VII auf den Minister des Innern, das Niedersächsischen Landesvermessungsamt und die Regierungspräsidenten bzw. Präsidenten der Verwaltungsbezirke aufgeteilt. Dabei übernahm das Landesvermessungsamt, mit vorläufigem Sitz in Wolfenbüttel, die Aufgaben der allgemeinen Landesvermessung (11), zu denen die großräumig durchzuführende Triangulation, das Feinnivellement sowie die topographische Aufnahme und die Laufendhaltung der topographischen Karten, der Einsatz der Photogrammetrie und die Kartographie gehören.

Das Landesvermessungsamt als eine dem Minister des Innern unmittelbar nachgeordnete technische obere Landesbehörde hat somit für den Bereich des Landes Niedersachsen vornehmlich die Aufgabe, übergebietliche Arbeiten, die besondere Spezialkräfte und besondere instrumentelle oder maschinelle Einrichtungen erfordern, auszuführen.

Das Landesvermessungsamt gliederte sich, wie schon seine Vorgänger, in die Abteilungen Trigonometrie, Topographie und Kartographie und das Verwaltungs- und Personalbüro (vormals Leit-Abteilung). Am 1. April 1949 wurde aus den aufgelösten Neumessungsämtern Wolfenbüttel und Wolfsburg eine Neumessungsabteilung gebildet und dem Landesvermessungsamt angegliedert (12), so dass das Landesvermessungsamt von diesem Zeitpunkt an aus den Abteilungen
1 - Leitung in Wolfenbüttel,
2 - Trigonometrie in Gifhorn,
3 - Topographie in Wolfenbüttel,
4 - Neumessung in Wolfenbüttel(mit einer Außenstelle in Wolfsburg) und
5 - Kartographie in Hannover bestand (13).

Die Zusammenlegung der zersplitterten Dienststelle in die als Amtssitz bestimmte Landeshauptstadt Hannover (14) gelang abschließend am 28. Februar 1951 mit der Verlegung der Neumessung in Wolfenbüttel als letzter Außenabteilung nach Hannover (15). Die zeitweise an zwölf verschiedenen Stellen in Hannover untergebrachten Diensträume wurden schließlich am 23. Februar 1955 in einem neuen Gebäudekomplex am Warmbüchenkamp zusammengefasst (16).

Mit Wirkung vom 1. Mai 1958 wurde das Landesvermessungsamt dem durch Beschluss des Niedersächsischen Landesministeriums vom18./25. März 1958 neu errichteten Niedersächsischen Landesverwaltungsamt eingegliedert (17), womit auch die Personalunion zwischen dem Leiter der Landesvermessung und dem zuständigen Referenten im Innenministerium endete. Im Organisationserlass des Ministers des Innern vom 1. Mai 1958 zur Gliederung des Niedersächsischen Landesverwaltungsamtes (18) sind die bisherigen vier technischen Abteilungen des Landesvermessungsamtes als Abteilung B - Landesvermessung zusammengefasst und in die Dezernate
1 - Trigonometrie,
2 -Topographie,
3 - Neumessung und
4 - Kartographie
untergliedert worden. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der elektronischen Datenverarbeitung wurden die für eine Automation geeigneten Arbeiten der Abteilung Landesvermessung in einem besonderen Dezernat B 5 - Automation zusammengefasst, welches im März 1964 (19) gebildet wurde.

Mit Wirkung vom 1. Dezember 1971 erfolgte die bislang letzte Neugliederung, wobei die Dezernate Kartographie, Topographie und Automation geteilt wurden. Aus der Topographie wurde die Photogrammetrie (Dezernat B 6) ausgegliedert, aus der Kartographie die Reproduktion (Dezernat B 5) herausgelöst und die Automation in die Elektronische Datenverarbeitung (Dezernat B 7) und die EDV-Organisation und allgemeine Angelegenheiten (Dezernat B 8) aufgeteilt (20).

Eine eindeutige Rechtsgrundlage auf dem Gebiet des Vermessungs- und Katasterwesens wurde im Rahmen der Rechtsvereinheitlichung durch das Gesetz über die Landesvermessung und das Liegenschaftskataster (Vermessungs- und Katastergesetz - NVermKatG) vom 8. November 1961 (21) geschaffen. Hierdurch wurden die bis dahin auf dem Gebiet des Landes Niedersachsen gültigen Rechtsvorschriften, die für die ehemaligen preußischen, braunschweigischen, oldenburgischen und schaumburg-lippischen Landesteile über zwanzig verschiedene und teilweise erheblich voneinander abweichende Regelungen aufwiesen und vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammten, dem technisch und organisatorisch weiterentwickelten Vermessungs- und Katasterwesen angepasst. Die heutige gültige Fassung des NVermKatG datiert vom 2. Juli 1985 (22). Die Organisation und die Zuständigkeiten der Vermessungs- und Katasterbehörden sind zuletzt durch Runderlass des Ministers des Innern vom 8. Juni 1987 (23) geregelt worden.

Stand: 1990

Anmerkungen:

1) HStA - Nds. 100 Acc. 60/55 Nr. 1176.
2) RGBl. I 1938, Seite 277.
3) RMBliV. 1938, Spalte 982 ff.
4) Amtsblatt f. Nds. Nr. 7/1946, Seite 62.
5) HStA - Hann. 122a Nr. 1515.
6) Organisationserlass Nr. 1 vom 20. Dezember 1945 (KK OP/StK Nr. 2, 3).
7) Amtsblatt f. Nds. Nr. 7/1946, Seite 57.
8) Hans Bauer, Seit 50 Jahren Landesvermessungsbehörden in Hannover, in: Nachrichten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, Heft 1, Hannover 1988.
9) Amtsblatt f. Nds. Nr. 23/1948, Seite 347.
10) Amtsblatt f. Nds. Nr. 24/1948, Seite 357 f.
11) HStA - Nds. 100 Acc. 60/55 Nr. 1176; vgl. auch Auflistung der Aufgaben im Durchführungserlass vom 27. November 1948 (wie Anmerkung 10).
12) HStA - Nds. 110 B Acc. 56/89 Nr. 69.
13) HStA - Nds. 110 B Acc. 56/89 Nr. 55.
14) Vgl. Durchführungserlass vom 27. November 1948 (wie Anmerkung 10).
15) HStA - Nds. 110 B Acc. 56/89 Nr. 21.
16) Georg Kaspereit, Das neue Dienstgebäude des Nds. Landesvermessungsamtes in Hannover, in: Allgemeine Vermessungs-Nachrichten, Berlin-Wilmersdorf, Nr. 10, 1955.
17) Nds. MBl. Nr. 16/1958, Seite 250.
18) Nds. MBl. Nr. 21/1958, Seite 362.
19) Vermerk der Abteilung Z des Landesverwaltungsamtes vom 13. März 1964 (Kopie in der Dienstakte 55812/110 B).
20) Erlass des Ministers des Innern vom 26. November 1971 (Kopie in der Dienstakte 55812/110 B); vgl. auch: Hans Bauer (wie Anmerkung 8).
21) Nds. GVBl. Nr. 31/1961, Seite 319 ff.
22) Nds. GVBl. Nr. 23/1985, Seite 187 ff.
23) Nds. MBl. Nr. 25/1987, Seite 665 f.

Infolge der Auflösung des Landesamtes zum 1. Januar 1998 wurden die Aufgaben der Abteilung B dem Landesbetrieb Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen (LGN) als Nachfolgeeinrichtung übertragen (Nds. MBl. 1997, S. 1281), der eine breite und kontinuierliche Nutzungsmöglichkeit von Geoinformationen für Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik anbietet.

Stand: Februar 2005

Bestandsgeschichte 

Nach einer ersten Kontaktaufnahme zwecks Aktenarchivierung zwischen dem Hauptstaatsarchiv und dem Niedersächsischen Landesverwaltungsamt - Landesvermessung im Spätsommer 1988 wurden im Mai 1989 die auf den Dachböden des Dienstgebäudes in der Warmbüchenstraße in Hannover lagernden Altakten gesichtet und bewertet. Dabei handelte es sich überwiegend um kassables, serienförmiges Verwaltungsschriftgut wie Haushaltsüberwachungslisten, Fahrtenbücher, Rechnungsbelege, etc. Der verbliebene archivwürdige Teil dieser Aussonderung umfasst die Acc. 56/89. Die bei der Aussonderung angefallenen Karten (Kartenaccessionsnummer 962; v.a. Verwaltungs-, Übersichts-, Sonder- und Hydrographischen Karten) sind nach der Bewertung in der Kartenabteilung hauptsächlich unter den Signaturen Mappe1113, Mappe 1114 archiviert worden. Die Landeskartenwerke erhält das Hauptstaatsarchiv für seinen Zuständigkeitsbereich seit 1959 als Belegexemplar vom Niedersächsischen Landesverwaltungsamt - Landesvermessung (vgl. das Findbuch "Topographische Kartenwerke nach 1945", das die Bodenkarte - DGK 5 B, die Deutsche Grundkarte - DGK 5 und die topographischen Karten 1:25.000, 1:50.000 sowie1:100.000 beinhaltet).

Der Bestandsaufbau erfolgte in Anlehnung an das vorhandene Aktenmaterial und teilweise an den Organisationsaufbau der Abteilung B - Landesvermessung. Die Bestandsgliederung ist ausbaufähig gestaltet, so dass die Einführung neuer Gliederungspunkte - nicht zuletzt aufgrund der EDV-gestützten Eingabe - keine Schwierigkeiten bereiten dürfte.

Der kleine Bestand enthält vor allem die wenigen erhaltenen Akten aus dem Bereich der Dienststellenverwaltung des Landesvermessungsamtes und der Abteilung B des Landesverwaltungsamtes.

Die Druckschriften sind nicht in die Dienstbibliothek eingeordnet, sondern in den Bestand übernommen worden, da sie entweder direkten Bezug auf die Dienststellen- und Aufgabenverwaltung nehmen oder Ausführungen zu fachspezifischen Themen erhalten.

Stand: 1990

In den vorliegenden Bestand Nds. 110 B ist bisher nur eine Ablieferung des Niedersächsischen Landesverwaltungsamtes, Abteilung B (Landesvermessung) eingegangen.

Stand: Februar 2005

Vom Landesverwaltungsamt Abt. Landesplanung bzw. Landesvermessung abgegebene Fotos von systematischen Befliegungen des Landes (Luftbilder) sind in die Bildgutssammlung (BiGS) eingegliedert worden.

Enthält 

Verwaltung, Organisation, Personalverwaltung, Personalvertretung, Jahres- und Tätigkeitsberichte u.a.

Literatur 

Nachrichten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung, Hannover 1950 ff.

Konstanzer/von Daack, Das Vermessungs- und Katasterwesen in Niedersachsen, 1978.

Siehe

Korrespondierende Archivalien 

Ein wenig umfangreicheres Aktenmaterial zur im vorliegenden Bestand befindlichen Vorprovenienz Hauptvermessungsabteilung befindet sich eingearbeitet im Bestand Nds. 100 (Innenministerium, Klassifikationspunkt 2: Vermessungs- und Katasterwesen).
Hinzuweisen ist an dieser Stelle auch auf den Aktenband Nr. 1515 im Bestand Hann. 122a (Oberpräsident).
(Karten-)Material zur Aufgabenverwaltung des Preußischen Neumessungsamtes in Wolfenbüttel (Trassierungs- und Vermessungsarbeiten für das Industriegebiet im Raum Salzgitter) befindet sich im NLA Wolfenbüttel.

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

4,8

Bearbeiter 

Höötmann (1990)

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

teilweise verzeichnet

Abgeschlossen: Nein

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen

Zeit von 

1946

Zeit bis 

1993

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

200

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen Teil Wangerooge

Zeit von 

1946

Zeit bis 

2000

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16

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100

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen Teil Spiekeroog

Zeit von 

1946

Zeit bis 

2000

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15

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100

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen Teil Norderney

Zeit von 

1946

Zeit bis 

2000

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11

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Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen Teil Langeoog

Zeit von 

1946

Zeit bis 

2000

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13

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Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen Teil Juist

Zeit von 

1946

Zeit bis 

2000

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10

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Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen Teil Borkum

Zeit von 

1946

Zeit bis 

2000

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8

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Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen Teil Baltrum

Zeit von 

1946

Zeit bis 

2000

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12

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100