NLA HA Hann. 100 Hannover II

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Staatshochbauamt Hannover II vor 1945

Laufzeit 

1819-1919

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners 

Vorbemerkung: Zur allgemeinen Geschichte der Staatshochbauämter und ihren Vorgängereinrichtungen sowie ihren Aufgaben siehe das Gruppenvorwort zum Tektonikpunkt "Staatshochbauämter".

Vorläufereinrichtungen der später in Hannover ansässigen Staatshochbauämter waren u.a.:

- Hofbaubediente für das Hofbauwesen (1674-1866), die dem (Ober-)Hofmarschallamt unterstanden;
- Landbaumeister (ab 1718) bzw. Landbaubediente (ab 1764);
- Militärbaubediente für das militärische Bauwesen (1739-1866);
- Oberhofbauamt (1742-1764).

Bei der Aufteilung des Kurfürstentums Hannover in Landbaudistrikte 1779 wurde der Bereich Hannover dem 1. Distrikt zugewiesen, der die Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen sowie das Amt Sternberg und die Grafschaft Hohnstein umfasste und von Hannover aus verwaltet wurde. 1787 wurde der Distrikt geteilt: Die Fürstentümer Göttingen und Grubenhagen sowie die Grafschaft Hohnstein wurden von Northeim aus verwaltet, das Fürstentum Calenberg von Hannover. Aus letzterem Dienstbezirk wurden 1790 die Ämter Neustadt, Rehburg und Wölpe aus- und in den Landbaudistrikt Celle eingegliedert. 1824 gehörten zum Landbaudistrikt Calenberg die Ämter Blumenau-Bokeloh, Calenberg, Coldingen, Coppenbrügge, Grohne-Ohsen, Hameln, Langenhagen, Lauenau, Lauenstein, Neustadt, Polle, Rehburg, Ricklingen, Springe, Wennigsen, Wölpe und das Gerichtsschulzenamt Hannover.

Im Zuge der ersten Reform der Bauverwaltung im Königreich Hannover (Aufteilung der bisher 12 auf 16 Landbaudistrikte) 1844 wurde der Landbaudistrikt Hameln abgetrennt. Zum verbleibenden Landbaudistrikt Hannover gehörten die Städte Hannover und Wunstorf, die Ämter Blumenau-Bokeloh, Hannover, Langenhagen, Neustadt, Rehburg, Ricklingen, Wennigsen und ein Teil des Amtes Ruthe, die Klosterämter Barsinghausen, Mariensee, Marienwerder und Wennigsen, das Stift Wunstorf und kommissarisch das Amt Calenberg. 1854 wurde ein "Bau-District für die Königliche Residenzstadt Hannover" abgetrennt. Infolge einer zweiten Reform der Bauverwaltung 1857 wurden die Bezirke der zuletzt 17 Landbaudistrikte auf 23 Landbaudistrikte neu verteilt. Der Landbaudistrikt Hannover wurde mit dem Baudistrikt der Residenzstadt Hannover wieder vereint und auf die Landbaudistrikte Hannover I und Hannover II aufgeteilt, die im Folgejahr in Landbauinspektionen umbenannt wurden.

Der Landbaudistrikt Hannover II umfasste die Städte Neustadt a.R. und Wunstorf, die Ämter Blumenau, Langenhagen, Neustadt, Rehburg, Ricklingen und Wölpe, die Klosterämter Mariensee und Marienwerder sowie das Stift Wunstorf. Im Zuge der Bildung der Landbauinspektion Hannover II 1858 wurden die Aufgaben neu verteilt und die Behörde mit den Landbausachen in den Städten Hannover, Pattensen und Wunstorf, in den Ämtern Blumenau, Hannover, Langenhagen, Linden und Wennigsen, in den Klosterämtern Barsinghausen, Mariensee und Marienwerder sowie im Stift Wunstorf betraut. Im Zuge der Neugliederung der Bauverwaltung 1863 wurden die Landbauinspektionen Goslar, Hameln und Hannover II zur neuen Landbauinspektion Hannover II mit drei Distrikten zusammengelegt, wobei der I. Distrikt weitgehend dem Amtsbezirk der alten Landbauinspektion Hannover II entsprach. Nach der Aufgabe der Landbauinspektion Nienburg 1864 wurde deren Dienstbezirk der Landbauinspektion Hannover II zugewiesen. 1866 wurden die beiden Landbauinspektionen Hannover I und Hannover II zur Landbauinspektion Hannover zusammengeschlossen.

Mit der Angleichung der hannoverschen an die preußische Bauverwaltung nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen (1866) wurden die Distrikte der Land-, Wege- und Wasserbauinspektionen zusammengelegt und aus der Landbauinspektion Hannover zum 1. April 1871 die "Königliche Kreisbauinspektion Hannover I" und die "Königliche Kreisbauinspektion Hannover II" gebildet. Zugleich wurden Teile des bisherigen Amtsbezirks an die Kreisbauinspektionen Burgdorf, Diepholz, Gifhorn, Goslar, Hameln, Nienburg und Wennigsen abgetreten. Der Zuständigkeitsbereich der Kreisbauinspektion Hannover II umfasste die Städte Neustadt a.R. und Wunstorf sowie die Ämter Hannover, Linden und Neustadt, daneben aber auch die Wasser- und Wegebausachen im Amtsbezirk der Kreisbauinspektion Hannover I. 1873/1876 entfiel der Bereich der Wegebausachen, der auf die Provinzialwegebauverwaltung überging. Zudem wurde die Verantwortung für das Amt Linden 1876 an die 1871 gegründete Kreisbauinspektion Wennigsen (zuständig für die Städte Eldagsen, Münder und Pattensen sowie die Ämter Calenberg, Springe und Wennigsen) abgegeben, die in Kreisbauinspektion Hannover III umbenannt wurde (Amtsblatt für Hannover 1876, S. 351).

Nach der Ausgliederung der Wasserbausachen 1884 wurde für die Behörde die Bezeichnung "Königliche Hochbauinspektion Hannover II" üblich. Sie übernahm nun auch einige Aufgaben im Stadtbezirk Hannover, u.a. Bauangelegenheiten der Finanzdirektion, der Generalkommission und der Polizeidirektion sowie fiskalische Hochbauangelegenheiten im Schloss- und Gartenbezirk. Ferner wurde nach der Auflösung der Kreisbauinspektion Hannover III aus deren Dienstbezirk das ehemalige Amt Wennigsen im Kreis Hannover, der im Zuge der Kreisreform gebildet wurde, der Hochbauinspektion Hannover II zugeordnet. Dafür wurde der Kreis Neustadt a.R. zeitweise (1884-1888) an die Hochbauinspektion Nienburg II abgegeben.

1888 wurde eine neue Hochbauinspektion Hannover III eingerichtet, die für die Hochbausachen im Kreis Neustadt a.R. sowie für die Wasserbausachen in den Stadt- und Landkreisen Hannover und Linden und im Kreis Neustadt a.R. zuständig wurde. Die Behörde wurde bereits 1895 wieder aufgelöst, wobei die Wasserbausachen von der neuen Wasserbauinspektion Hannover übernommen wurden und die Hochbausachen im Kreis Neustadt a.R. an die Hochbauinspektion Hannover II überging. 1903 entstand eine weitere Hochbauinspektion Hannover III als Polizeibauinspektion für die Wahrnehmung baupolizeilicher Aufgaben in den Vororten der Städte Hannover und Linden.

Am 26. November 1910 erfolgte die Umbenennung beider Behörden in "Königliches Hochbauamt Hannover II" bzw. "Königliches Hochbauamt Hannover III", womit eine Neuaufteilung der Aufgaben verbunden war: Ersteres erhielt als Amtsbezirk den Stadtkreis Hannover (Generalkommission, Polizeipräsidium, Technische Hochschule, Oberpräsidium und Regierung) sowie den Stadt- und Landkreis Linden, letzteres betreute die Hochbausachen in den Kreisen Hannover (ohne Schloss- und Gartenbezirk) und Neustadt a.R. Mit dem Erlass des preußischen Finanzministers vom 16. November 1922 wurden die Behördenbezeichnungen in "Preußisches Hochbauamt Hannover II" bzw. "Preußisches Hochbauamt Hannover III" umgeändert.

Zwischen 1923 und 1930 gehörte der Kreis Springe zum Amtsbezirk des Hochbauamts Hannover III (zuvor und nachher Hochbauamt Hameln). Aufgrund des Erlasses des preußischen Finanzministers vom 28. November 1933 erfolgte eine weitere Umbenennung beider Behörden in "Preußisches Staatshochbauamt Hannover II" bzw. "Preußisches Staatshochbauamt Hannover III". Der Amtsbezirk des letzteren wurde 1938 wieder um den Landkreis Springe erweitert.

Stand: Oktober 2015

Zur weiteren Geschichte der Staatshochbauämter im Bereich Hannover nach 1945 siehe das Vorwort zum Bestand Nds. 240 Hannover.

Bestandsgeschichte 

Bei der Ordnung der Bestände Hann. 100 Hannover I und Hann. 100 Hannover II konnte auf diese vielfachen Änderungen nicht eingegangen werden. Die Akten gelangten 1921 (Baukreis Hannover I, Acc. 11/21), 1922 (Baukreis Hannover III, Acc. 8/22) und 1927 (Baukreis Hannover II, Acc. 8/27) in das Staatsarchiv Hannover (vgl. Hann. 1/3, E 8, A-L, vol VI). Im Bestand Hann. 100 Hannover I sind alte Archivsignaturen zu erkennen. Die Akten der Baukreise Hannover II und Hannover III wurden nach den von der Behördenregistratur übernommenen Buchstaben und Nummer abgelegt. Als Findbehelfe dienten die Aufstellungen der Hochbauämter über die abgegebenen Akten. Diese Listen sind wie alle anderen Findbücher des Staatsarchivs Hannover bei der Brandkatastrophe im Zweiten Weltkrieg verbrannt.

Die Bestände selbst waren durch Umlagerung in einen völlig desolaten Zustand geraten. Derjenige des Hochbauamtes III bestand zu Anfang der Neuordnung nur aus einem Aktenband. Beispielsweise waren die Bausachen des Kreises Neustadt am Rübenberge nicht von diesem Amt - wie es nach der letzten Zuständigkeit hätte sein müssen - abgeben, sondern befanden sich bei der Abgabe des Hochbauamtes Hannover II. Die Akten über das Regierungsgebäude in Hannover, für das im Jahre 1912 das Hochbauamt Hannover II zuständig gewesen ist, befand sich beim Bestand Hann. 100 Hannover I. Diese Akten haben jedoch nur eine Laufzeit bis ca. 1900-1915. Von der Umverteilung der Geschäfte wurden sie also kaum mehr betroffen und somit bei dem zuerst zuständigen Amt belassen. Dieses wurde auch bei der Neuordnung berücksichtigt, z.B. sind Akten über das Regierungsgebäude im Bestand Hann. 100 Hannover I geblieben und nicht zu Hann. 100 Hannover II gelegt worden. Ein Bestand Hann. 100 Hannover III wurde nicht gebildet. Die Akte, welche dort vorhanden war, wurde in Hannover II eingeordnet, wo sie von der Zuständigkeit her nach hingehört.

Da eine alte Gliederung bei beiden Beständen nicht erkennbar, der Aufbau der Behördenregistratur beim Bestand Hann. 100 Hannover II zu unübersichtlich war, wurde ein neues Gliederungsschema entwickelt. Beim Bestand Hann. 100 Hannover II kann man aber anhand der alten Signaturen, die auf der rechten Seite des Findbuchs stehen, erkennen, daß der Aufbau der Behördenregistratur nicht immer auseinandergerissen werden mußte.

Stand: März 1979

Der kleine Bestand ist im Dezember 2002 mit Hilfe von Praktikanten EDV-technisch erschlossen worden.

Stand: März 2003

Enthält 

u.a. Generalia, Bau- u. Bauunterhaltungsmaßnahmen für Justiz- u. Gerichtsgebäude, Schulen, Schullehrersemiar Wunstorf, Domänen, Mühlen, Forstdienstgebäude, Bauten des Gesundheitswesens, Schlosskirche, Küchengarten in Linden u.a., Technische Hochschule Hannover, Gebäude im Welfengarten, Polizeipräsidium, Wasserbau, Wegebau

Literatur 

Siehe Gruppenvorwort

Findmittel 

EDV-Findbuch (mit Index)

Siehe

Korrespondierende Archivalien 

Als verwandte Bestände sind die Bauakten der betreffenden Ämter, Kammer und Landdrostei Hannover bzw. Regierung Hannover zu nennen.

Nds. 240 Hannover

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

5,4

Bearbeiter 

Anna Boekhoff (1979)

Dr. Christian Helbich (2015)

Benutzung 

Der Bestand ist wegen starker Verpilzung gesperrt!

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet