NLA HA Hann. 157 Hannover

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Landesblindenanstalt Hannover

Laufzeit

1935-1961

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners

Seit 1837 hatte sich Hamelner Pastor Franz Georg Ferdinand Schläger (geb. 27.06.1781 in Quickborn, verst. 22.10.1869 in Hameln) für die Einrichtung einer Blindenanstalt im Königreich Hannover eingesetzt. 1842 entschied sich König Ernst August für Hannover als Standort einer solchen sozialen Einrichtung, ein Jahr später wurden die "Königliche Blindenanstalt" eingerichtet. Der Unterricht begann mit sechs Schülern in einem Gartenhaus nahe der Andertenschen Wiese. Ein erstes eigenes Gebäude wurde in der Hildesheimer Straße errichtet und 1845 eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt waren es 24 Schüler. Erster Direktor war Dr. Emanuel Friedrich Flemming (geb. 08.08.1814 in Dreden, verst. 21.11.1891 in Braunschweig). Weitere Standorte kamen in Hannover-Kleefeld (1893) und in Hannover-Kirchrode, Bleekstraße (seit 1919) hinzu.

1866 erfolgte die Umbenennung in "Provinzialständische Blindenanstalt". Bis 1912 stieg die Schülerzahl auf 130, 1919 wurden etwa 150 Schüler und Schülerinnen sowie Auszubildende in der Einrichtung betreut. 1933 kam es zu einer weiteren Umbenennung in "Landesblindenanstalt", zu diesem Zeitpunkt waren 1.891 Schüler und Schülerinnen sowie Auszubildende aufgenommen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges und die damit verbundenen Zerstörungen und Schäden an den Gebäuden durch die Luftangriffe 1944/1945 musste der Unterricht teilweise nach Wunstorf und Walsrode verlegt werden.

Ziel dieser sozialen Einrichtung ist bis heute, Blinde und bis 1971 auch Taubblinde erwerbsfähig zu machen. Hierzu wurde das Preußische Gesetz betr. die Beschulung blinder und taubstummer Kinder vom 7. August 1911 verabschiedet, welches seit 1912 eine gesetzliche Schulpflicht für blinde Kinder in Preußen einführte. Eine weitere Aufgabe war die Umschulung von Kriegsblinden.

Ausgebildet wurde in folgenden handwerklichen Berufen: Schuhmacherei (bis 1888); ab 1896: Korbmacherei, Stuhlmacherei, Seilerei (bis 1912) und Bürstenmacherei; Handstricken. 1937 wurde eine zweijährige Handelsschule, 1938 zweijährige Stenotypisten-Lehrgänge eingerichtet.

Stand: August 2014 (ergänzt August 2015)

Zur weiteren Geschichte siehe das Vorwort zum Nachfolgebestand Nds. 336.

Bestandsgeschichte

Bislang wurden sowohl Verwaltungs- als auch Schülerakten an das Niedersächsische Landesarchiv, Standort Hannover abgegeben. Die Schülerakten enthalten Aufnahme- und Entlassungsunterlagen, Zeugnishefte und Korrespondenz, oftmals auch in Punktschrift (Blindenschrift). In vielen Fällen ist die Blindenanstalt über die Schulzeit hinaus Ansprechpartner für berufliche Fragen und Probleme. Außerdem sind ärztliche Gutachten enthalten, insbesondere aus nationalsozialistischer Zeit (Erbgesundheitsgericht). In der Zeit vor 1945 kommen Akten des "Vereins zur Fürsorge für entlassene Zöglinge der Blindenanstalt" hinzu, die zumeist die Heimunterbringung ehemaliger Schüler betreffen.

In den vorliegenden Bestand der Landesblindenanstalt Hannover (Hann. 157 Hannover) ist bislang eine Ablieferungen eingegangen.

Stand: August 2014

Enthält

Verwaltung, Schülerangelegenheiten, Schülerakten

Literatur

Flemming, Emanuel Friedrich, Geschichte der Blinden-Anstalt zu Hannover, Hannover 1846.

Heimers, Wilhelm, Geschichte der Niedersächsischen Landesblindenanstalt. Zur 125jährigen Wiederkehr der Eröffnung des ersten Anstaltsgebäudes am 27. Mai 1845, Hannover 1970.

Mosel, Günter, Chronik. 150 Jahre Blindenbildung in Hannover 1845 - 1995, Hannover 1995.

Geschichte der Blindenbildung in Hannover (letzter Aufruf 03.06.2014)

Findmittel

EDV-Findbuch in Bearbeitung

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Nds. 336 (Landesbildungszentrum für Blinde, Hannover)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M.

15,0

Bearbeiter

Dr. Christian Helbich (2015)

Benutzung

Findmittel zu Archivgut mit Daten, die dem Sozialgeheimnis, der ärztlichen Schweigepflicht oder vergleichbaren Rechtsvorschriften unterliegen, können nicht online präsentiert werden. Sowohl Findmittel als auch Archivgut können im Hauptstaatsarchiv Hannover unter Berücksichtigung der Einhaltung von Schutz- und Sperrfristen nach §5 NArchG eingesehen werden.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Hannover, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

2369

Ebenen_ID

1

Georeferenzierung

Bezeichnung

Stadtkreis Hannover

Zeit von

1928

Zeit bis

1974

Objekt_ID

3232027

Ebenen_ID

20