NLA HA Hann. 81b

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Klosterbausachen

Laufzeit 

1752-1900

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Generalia, Handakten der Bauinspektoren und -räte über Kirchen- und Klostergutbauangelegenheiten, geordnet nach Orten
Findmittel: EDV-Findbuch
Umfang: 5,9 lfdm

Ein Restbestand von 3 Fach ist wegen Pilzbefall noch unverzeichnet.

Bestandsgeschichte 

Der Bestand Hann. 81 b "Klosterbausachen" (überwiegende Laufzeit: 2. Hälfte 19. Jahrhunderts) trug bis 1968 die Bezeichnung "Klosterbau-Inspektionen".

Es ist infolge des Verlustes der alten Aktenverzeichnisse und der Archivalienzugangsbücher 1943 nicht mehr ersichtlich, wann und wie der Bestand in das Staatsarchiv nach Hannover gelangt ist. Da er bei Max Bär, Übersicht über die Bestände des Königlichen Staatsarchivs zu Hannover, 1900, noch nicht aufgeführt ist, aber auch nicht erst nach 1943 erstellt wurde, dürfte er in der Zeit zwischen 1900 und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges in die Bestände des Staatsarchivs eingefügt worden sein.

Bis zur Umordnung im Januar 1968 gliederte sich der Bestand in die Hauptgruppen I und II; Hauptgruppe I wieder untergeteilt in A "Klosteramt Northeim", B "Klosteramt Göttingen", C und E "Stiftsamt Ilfeld". Hauptgruppe II war eine sachlich und örtlich völlig durcheinander gehende Nummernfolge von 1 bis 442 mit sehr großen Lücken. Man hatte dem Bestand wohl die Bezeichnung "Klosterbau-Inspektionen" gegeben, da "Klosterbau-Inspektionen" äußerlich häufig in Erscheinung tritt. In Wirklichkeit ist der Bestand, dessen weit überwiegende Aktenmehrheit aus der Zeit zwischen 1850 und 1880 stammt, provenienzmäßig völlig gemischt, was darauf beruht, dass die Bauangelegenheiten der Klöster im 19. Jahrhundert von verschiedenen Dienststellen und Einzelbeamten wahrgenommen wurden. Erscheinen die Bausachen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunächst von den Klosterämtern weithin selbst geregelt unter Leitung des "Kammer-Baumeisters" der Klosterkammer, so bediente sich die Klosterverwaltung, wie die Staatshandbücher zeigen, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst der staatlichen "Landbaubeamten" in den einzelnen Landdrosteibezirken, die im Rahmen von Landbaudistrikten die Klosterbausachen mit verwalteten. Seit 1859 wurden diese

"Landbau-Distrikte" in "Landbau-Inspektionen" umbenannt, 1863 wurden die Inspektionen wieder in Distrikte unterteilt. Mit der preußischen Verwaltung 1867 ff. erscheint eine Gliederung in Baukreise, die sich teils an die noch bestehende hannoversche Ämterverfassung, teils an die von der preußischen Verwaltung eingeführten Steuer- und Konskriptionskreise anlehnten. Unter den Mitgliedern der Klosterkammer findet sich als Klosterbauverwaltung ein "Regierungs- und Baurat", der zugleich bei der staatlichen Preußischen Finanzdirektion aufgeführt ist.

Die in dem vorliegenden Bestand zusammengekommenen Akten sind als Schlussprovenienz überwiegend als die Handakten der Baubeamten (u.a. Bauinspektoren, Bauräte) anzusprechen, die in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts sich um die Bausachen auf den Klosterkammerbesitzungen kümmerten, bzw. um die Bauangelegenheiten, die sich sonst aus Rechten und Pflichten der Klosterkammer ergaben. Wohl aus praktischen Erwägungen bewegte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Pflege der Bauangelegenheiten vielfach gar nicht mehr im Rahmen des für einen Ort oder ein Bauwerk ursprünglich zuständigen Klosteramtes, welche letztere im 19. Jahrhundert ohnehin mancherlei Veränderungen erfuhren (vgl. die Vorworte zum Bestand Hann. 81)

Daher hat der Unterzeichnete mit Zustimmung der Archivleitung diesem Bestand unter Verzicht auf die Herausstellung einer Behördenprovenienz die neutrale Bezeichnung "Klosterbausachen" gegeben und ihn in eine neue Gliederung umgeformt, die der fast nur zu erwatenden Fragestellung der Benutzer "Wo ist was gebaut bzw. ausgebessert worden?" am besten Rechnung tragen dürfte. Manchmal nahe liegende weitere Untergliederungen (z.B. Kirchbausachen und Klostergutbausachen) innerhalb der örtlichen Zusammenfassung unter C wurden nur dann durchgeführt, wenn keinerlei Überschneidungen vorlagen.

Der Einfachheit

halber und um Verwechslungen mit alten Signaturen zu vermeiden, wurde der Bestand in nur einer Nummernfolge durchgezählt.

Zu den Jahreszahlen sei noch Folgendes klargestellt: Die im Findbuch angegebenen Zeiträume, die lediglich vom Inhalt des Aktenstückes her bestimmt sind, stimmen oft nicht mit den ursprünglich auf den Aktendeckeln vorhanden gewesenen überein, wo z.B. vielfach "bis 1879" angegeben ist, während die Akte tatsächlich nur Vorgänge bis zu einem weiter zurückliegenden Jahr enthält. Es fehlt hier nichts, sondern mit jenen weiterreichenden Jahreszahlen sollte offensichtlich angegeben werden, dass darin die einschlägigen Vorgänge, etwa bis zum Jahre 1879, - anscheinend einem registratur- oder verwaltungsmäßigen Grenzjahr, enthalten waren, ohne dass deswegen tatsächliche Vorgänge bis 1879 darin gewesen sein mussten.

In der alten Abteilung I befanden sich einige Aktenstücke mit Provenienz Amt Uchte, in Abteilung II mit Provenienz Verden. Erstere wurden zur Überführung in den Bestand des Amtes Uchte (Hann. 74 Uchte), letztere zur Abgabe an das Staatsarchiv in Stade vorgesehen.

Hannover, den 26. April 1968
gez. Th. Ullrich


Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Hannover, im Oktober

2006

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet