NLA AU Rep. 60

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Staatshochbauamt Leer

Laufzeit 

1844-1985

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Unterstanden zu Anfang des 19. Jahrhunderts noch alle Bauangelegenheiten einem Baudirektor in Aurich, so spezialisierten sich im Lauf der Zeit besondere Behörden für den Hoch-, Tief- und Wasserbau heraus. Aus dem Landbauverwalter von 1823 wurde eine Landbauinspektion. Die Bauinspektion Leer wurde seit 1911 Hochbauamt genannt.

Bestandsgeschichte 

1. ZUR BEHÖRDENGESCHICHTE

Die Landdrostei in Aurich verfügte durch ihren Erlaß vom 3. Februar 1871 eine neue Abgrenzung der Zuständigkeiten der bisherigen örtlichen Bauverwaltungen in Ostfriesland (Amtsblatt Ostfriesland 1871, S. 226). Mit Wirkung vom 1. April 1871 sollten die bis dahin getrennten drei Bauzweige Land-, Wasser- und Wegebau - mit geringen Ausnahmen - in jeweils eine Hand gelegt werden.

Seither wurden alle Bauzweige des Amtes Stickhausen sowie der Land- und der Wegebau in Stadt und Amt Leer unter der Leitung eines Bauinspektors zusammengefaßt. Der Wasserbau blieb ausgespart und gehörte mit den drei Bauzweigen des Amts Weener nunmehr zur Kompetenz eines Wasserbauinspektors in Leer. Mit der Errichtung einer Preußischen Regierung in Aurich anstelle der bisherigen Landdrostei erfolgte auch eine erneute Umorganisierung der Bauverwaltung, mit der eine Veränderung auf der unteren Verwaltungsebene einherging: Die Ämter wurden zu Landkreisen zusammengefaßt. Auf dem Bausektor entstanden neben 4 Wasserbaukreisen (Emden, Leer, Norden, Wittmund) zunächst nur zwei Hochbaukreise, und zwar Norden und Leer. Der Hochbaukreis Leer (Kreisbauinspektor Wertens, seit 1894 Kreisbauinspektor Otto, ab 1899 Kreisbauinspektor Heyder) war bis zum Jahre 1907 zuständig für die Landkreise Leer, Weener und Emden sowie den Stadtkreis Emden. Mit Wirkung vom 1.4.1907 wurde der bislang von Leer aus betreute Landkreis Emden in die Zuständigkeit der neugebildeten Kreisbauinspektion Aurich abgegeben. Es bestanden nunmehr insgesamt 4 Hochbaukreise innerhalb des Regierungsbezirks Aurich: Es waren dies die Kreisbauinspektionen Aurich (Kreise Aurich und Emden mit Borkum), Norden (Kreis Norden, Stadt und ehem. Amt Esens sowie Langeoog und Spiekeroog), Wilhelmshaven (Wilhelmshaven und Kreis Wittmund mit Ausnahme von Esens und den

beiden o.g. Inseln) und schließlich Leer, dessen Zuständigkeit - wie erwähnt - die Landkreise Leer und Weener und den Stadtkreis Emden umfaßte (vgl. Rep. 60, Nr.294).

1911 wurden die Inspektionen zu Königlichen Hochbauämtern umbenannt. An der Spitze des Hochbauamts in Leer stand als Nachfolger des zuerst nur auftragsweise tätigen Baumeisters Merzenich (1908-1913) vom 1.4.1913 an der Regierungsbaumeister Biel, der für eine kurze Zeit (1918/19) auch die Geschäfte des Königlichen Hochbauamts in Aurich wahrnahm.

Vom 16.11.1922 an führte das Bauamt die Bezeichnung "Preußisches Hochbauamt Leer". An der Zuständigkeit der Behörde, die nach dem II. Weltkrieg als "Niedersächsisches Staatshochbauamt Leer" erscheint, hat sich offenbar erst in den fünfziger Jahren etwas geändert. 1955 wurde nämlich aus der "Abteilung für Reichsvermögen" in Emden, die bis dahin zum Staatshochbauamt Leer rechnete, ein selbständiges Staatshochbauamt Emden gebildet, das entsprechende Zuständigkeiten aus Leer abzog. Das Staatshochbauamt in Leer aber verlor im Jahre 1962 seinerseits die Selbständigkeit und wurde daraufhin dem Staatshochbauamt in Emden zunächst als Außenstelle zugeordnet.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2006 wurde auch die bisher eigenständige Amt Emden zusammen mit den Dienststellen in Oldenburg und Wilhelmshaven zum neuen Staatlichen Baumanagement Ems-Weser zusammengeführt. Neben dem Dienstsitz des neuen Amtes in Wilhelmshaven verbleiben in Oldenburg und Emden zwei größere auswärtige Organisationseinheiten, denen je eine kleinere Einheit mit Sitz in Delmenhorst, Aurich und Jever zugeordnet ist, um auch weiterhin eine ortsnahe Betreuung der zahlreichen Liegenschaften sicherzustellen.

2. DER BESTAND

Im Zuge einer alle Staatshochbauämter des Archivsprengels betreffenden Aussonderungsaktion im Herbst 1985 wurde die Altregistratur der "Baugruppe 2" in Leer

auf archivwürdige Akten des ehemaligen Staatshochbauamts Leer durchgesehen. Dabei fielen mehrere Baubestandsbücher und -inventare an, die bis an den Anfang der Behördentätigkeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Sie wurden wie alle älteren Karten und Pläne, die der Kartenabteilung des Staatsarchivs (Rep 244) zugeführt wurden, vollständig übernommen.

Von dem neueren Schriftgut wurden nur einige ausgewählte Stücke herausgezogen, die die Tätigkeit der Behörde sowohl bei "typischen", als auch bei baugeschichtlich "interessanteren" staatlichen Gebäuden dokumentieren sollen.

In der Überlieferung klaffte seinerzeit eine auch dem Behördenleiter unerklärliche Lücke für die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Man vermutete einen Zusammenhang mit einem Schwelbrand im alten Dienstgebäude in der Heisfelder Straße. Eine sichere Erklärung aber über den Verbleib der vermißten Akten ergab sich erst durch einen Zufall im Juli 1988: Beim Abbruch des ehemaligen Polizei-Dienstgebäudes an der Ecke Heisfelder-/Edzardstraße in Leer, das einst auch vom Staatshochbauamt als Dienststelle genutzt wurde, kamen auf dem Dachboden eines Nebengebäudes zahlreiche Akten des früheren preußischen Hochbauamts zutage. Das Material hatte einen Umfang von etwa 15 lfd. Metern. Dank der Umsicht des für den Abriß des Gebäudes zuständigen Kreisdirektors Hartmut Mawick konnten die Akten gesichert und dem Staatsarchiv übergeben werden. Auf diese Weise hat sich der bislang nur 50 Nummern umfassende relativ kleine Bestand nunmehr nach den durchgeführten notwendigen Kassationen um etwa das Zehnfache vergrößert.

Teile der Leeraner Akten gelangten nach der Auflösung des Staatshochbauamts und Bildung einer Außenstelle des Staatshochbauamts Emden in Leer an die Hauptstelle nach Emden. Die Akten wurden dort teilweise weitergeführt. Es empfiehlt sich daher in

jedem Fall, auch den Bestand Rep 59 (Reichsbauamt und Niedersächsisches Staatshochbauamt Emden) heranzuziehen.

Aurich, im Juli 1990

Dr. H.

Reyer

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet