NLA HA BaCl Hann. 84e Bieber

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Bieberer Bergbau und Hüttenwesen (BaCl)

Laufzeit 

(1696 - 1697) 1730-1909

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners 

Der Marktflecken und Amtshauptort war nach der Beschreibung von G. Landau ("Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen", Kassel 1842, S. 607) eine Ortschaft mit 134 Häusern, 1000
Einwohnern, sowie fünf Kram- und drei Viehmärkten. Die Bewohner waren neben Handwerk hauptsächlich in Berg- und Hammerwerken tätig. Landau erwähnt auch eine "Thongräberei".

Zum Bergbau schreibt Landau: "Was die Natur hier der Oberfläche der Erde versagte, ersetzte sie in mütterlicher Sorgfalt durch den Reichthum an Erzen." Nach seiner Beschreibung wurde schon im 15. Jahrhundert im Biebergrund Bergbau auf Silber, Kupfer und Blei betrieben. Besitzmäßig
sollen die ersten Werke zwischen Rieneck und Hanau, dann zwischen Mainz und Hanau aufgeteilt gewesen und ab 1546 alllein der Hanauischen Herrschaft überlassen sein. Die mit Unterbrechungen Gruben wurden gewerkschaftlich betriebenen bis sie 1737 in herrschaftliche Rechnung übernommen wurden.
Eisen- und Kobaltwerk sollen nach Landau ohne Nennung eines Jahres ebenso schon lange bestanden haben. Landau gibt an, dass erst zu Zeiten seiner Veröffentlichung die Silber-, Kupfer- und Bleibergwerke liegen geblieben sind. Nur die Gewinnung von Kobalt und Eisen dauerte noch an.
Der Bergbau auf Kobalt führende Gänge läuft auf Rechnung des Smaltwerkes in Schwarzenfels und lieferte damals 300 Zentner pro Jahr.
Das Eisenwerk liegt verteilt bei Bieber und bei Rosbach. Es lieferte nach Landau 17000 bis 18000 Zentner Roh- und Gusseisen sowie 3000 Zentner Stabeisen. Die Eisenwerke beschäftigen zusammen 200 Arbeiter. Der Absatz führt nach Landau großenteils in damalige Ausland. Durch die Annexion von Kurhessen durch Preußen gingen die Werke in Königlich preussischen Besitz über. Das Eisenwerk
befindet sich ausweislich der im Bestand enthaltenen Akten noch 1902 fiskalischen Besitz.

Bestandsgeschichte 

Der Bestand enthält die Überlieferung aus der Zeit zwischen 1696 und 1909. Im Bergarchiv Clausthal sind überwiegend die Manuale, Journale und weitere Unterlagen der Rechnungsführung sowie
Inventarien vorhanden. Daneben finden sich zahlreiche knappschaftliche Akten.
Die Unterlagen dürften mit der Neugliederung des Zuständigkeitsbereichs des Oberbergamtes in Clausthal nach 1866 bzw. nach Einstellung der Betriebe in die hiesige Registratur überführt worden sein.
Aus Aufzeichnungen in den Akten über die Abgabe von Akten an andere Behörden lässt sich rekonstruieren, dass mit Übergang der Provinz Hessen-Nassau aus dem Clausthaler Aufsichtsbereich an das Oberbergamt Bonn die zugehörigen Riss- und Kartenwerke 1943 dorthin abgegeben worden sind. Der weitere Verbleib bei Auflösung dieses Oberbergamtes ist unklar. Zumindest sind auf dem selben Weg auch Betriebsakten abgegeben worden. Es muss aber davon ausgegangen werden,
dass mit Ende des zweiten Weltkrieges Aktenbestände bei dem damals beaufsichtigenden Bergrevier Schmalkalden verblieben sind und ggfs. in dortigen Archiven erhalten geblieben sind.
Nach unbestätigten mündlichen Mitteilungen sollen sich Akten im Archiv in Gera befinden. Weitere Teile sind nach hiesiger Aktenlage 1943 vom Bergrevier Schmalkalden an das Bergamt Darmstadt übergeben worden, ohne dass deren weiterer Verbleib bekannt ist.
Über die in Clausthal vorhandene Überlieferung aus den Betrieben in Bieber ist weder ein Repertorium erhalten noch an Hand von Signaturen eine frühere Ordnung erkennbar. Die Klassifikation geschah daher nach betrieblichen Gesichtspunkten, soweit die Aktentitel hierfür hinreichende
Anhaltspunkte lieferten.

Enthält 

v.a. Rechnungsführung

Literatur 

Begriffklärung nach Dr. Joh. Christ. Aug. Heyses "allgemeinem verdeutschenden erklärenden Fremdwörterbuch mit Bezeichnung der Aussprache und Betonung nebst genauer Angabe ihrer Abstammung und Bildung" (17. Ausgabe, Hannover und Leipzig 1893):

Journal: "bei Kaufleuten ein Handlngsbuch, in welches alle vorkommenden Geschäfte nach der Tagesordnung eigetragen werden; Tages- oder Monatsbuch.

Manual: "bei Kaufleuten ein Handbuch, Verzeichnis, besonders dasjenige Buch, worin die Ausgaben und Einnahmen nach den Quellen und Zwecken (nach Titeln und Capiteln) eingetragen
werden."

Inventarium: "Wirtschaftvorrat, Wirtschaftsbestand, Vorratsverzeichnis"

Findmittel 

EDV-Findbuch

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

69,1

Bearbeiter 

Wolfgang Lampe, 2003

Benutzung 

Der Bestand lagert in der Außenstelle Clausthal (Bergarchiv) des Niedersächsischen Landesarchivs. Das Archivgut kann nur dort (An der Marktkirche 9, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Standort LBEG) unter Berücksichtigung der entsprechendenen Schutz- und Sperrfristen nach §5 Niedersächsisches Archivgesetz (NArchG) eingesehen werden.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet