NLA HA Hann. 74 Medingen

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Amt Medingen

Laufzeit 

1324-1939

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Enthält u.a. Amtsverwaltung, Hoheits-, Grenz- und Jurisdiktionssachen, Steuern, Abgaben und Dienste, Domänen-, Polizei-, Kloster-, Gewerbe-, Forstsachen, Teilung und Vekoppelung, Kirche und Schule
Findmittel: EDV-Findbuch in Bearbeitung
Umfang: 85,2 lfdm

Hinweis:
Wegen Pilzbefall, Verunreinigung und Beschädigungen kann es teilweise zu Benutzungsbeschränkungen kommen. Einige Archivalien werden nur noch als Mikrofiche zur Benutzung vorgelegt.

Bestandsgeschichte 

Nach der Reformierung des Klosters Medingen durch Herzog Ernst (1521-1546) 1528 fasste dieser die säkularisierten Güter des Klosters in einem Amt zusammenen (vgl. Chr. B. Scharf, Der politische Staat des Churfürstenthum Braunschweig-Lüneburg, Lauenburg 1777, Seite 9). In diesem Umfang hat das Amt Medingen ohne nennenswerte Gebietsänderungen bis 1806 bestanden. Eingeteilt war es bis zu diesem Jahre in die Hausvogtei und die Vogteien Röbbel, Niendorf, Strote, Altenmedingen, Addenstorf und Riestedt. Diese sieben verhältnismäßig kleinen Vogteien fasste man 1806 in zwei Vogteien zusammen: die Dörfer am rechten Ufer der Ilmenau bildeten von da an die Hausvogtei, die Dörfer am linken Ufer die Vogtei Medingen (vgl. U. F. C. Manecke, Topogr.-histor. Beschreibungen, Celle 1858, Seite 375). Als vom 1.10.1852 an im Königreich Hannover die Verwaltung und Rechtsprechung getrennt waren, gehörte das Amt Medingen zu denjenigen Ämtern des Landdrosteibezirks Lüneburg, deren Amts- und Gerichtsgrenzen (nahezu) die gleichen blieben und bei welchen beide Behörden - Amtsverwaltung und Amtsgericht - ihren Sitz im selben Ort hatten (vgl. H. Rinklib, Statist. Uebersicht der Eintheilung des Königreichs Hannover, Hannover 1852, Seite X). Lediglich die Gemeinden Golste und Seedorf kamen bei dieser Neugliederung zum Amt Ebstorf, die Gemeinden Barnstedt und Glüsingen zum Amt Lüne (vgl. Ders., Hannover 1852, Seite 31).

Erheblich größere Veränderungen nach Umfang und Einwohnerzahl brachte dem Amt Medingen die Neueinteilung der Ämter und Amtsgerichte im Königreich Hannover 1859. Ziel dieser Neueinteilung war es, Verwaltungseinheiten zu schaffen, die eine möglichst günstige Ausnutzung der Verwaltungseinrichtungen gewährleisteten. Im Zuge der dazu getroffenen Maßnahmen ist die Zahl der Ämter im Königreich von 175 auf 102 reduziert, die durchschnittliche Einwohnerzahl von 8583 Personen auf 15 473 Personen je Amt nahezu verdoppelt worden (vgl. Ders., Hannover 1859, Seite X).

Das Amt Medingen, welches 1852 mit 971 Gebäuden und 9867 Einwohnern (vgl. Ders., Hannover 1852, Seite 31) sechstgrößtes Amt unter den 39 Ämtern des Landdrosteibezirks Lüneburg gewesen war, hatte nach der Neueinteilung in 1859 1686 Wohngebäude und 17 501 Einwohner (vgl. Ders., Hannover 1859, Seite 29). Vergrößert wurde das Amt Medingen um das Dorf Bohndorf vom Amt Lüne, um die Dörfer Boicke, Hagen, Hohenzethen, Groß Malchau, Nievelitz, Reddien mit dem einstelligen Hof Glieneitz, Schlagte, Schlankau, Stoitze, Testorf, Törwe, Weste und Zieritz vom Amt Oldenstadt und um das Amt Ebstorf mit Ausnahme des Kirchspiels Eimke und der Dörfer Bockum, Groß Süstedt und Tellmer. 1885 ging dann das Amt Medingen im Kreis Uelzen auf.

Die Neuordnung dieses Bestandes nach dem kriegsbedingten Verlust der Findmittel stellte eine nicht geringe Schwierigkeit dar, weil - außer bei einigen Akten des Amts Medingen und bei den Akten, die vom Amt Ebstorf kamen - eine systematische Gliederung durch Signaturen fehlte. Lediglich die Großgruppen Regiminalia, Domanialia, Consistorialia und Militaria unterteilten grob die Masse der Akten. Die weitere Untergliederung war nur recht unsicher zu erschließen: sie folgte der Facheinteilung, wobei umfangreiche Aktengruppen mehrere Fächer, mehrere kleinere Aktengruppen nur ein Fach füllten.

Die hier vorliegende Gliederung ist von den Aktentiteln abgeleitet worden, wobei
a) die Großgruppe Regiminalia zugunsten von 4 Hauptgruppen - Allgemeines und Amtsverwaltung, Hoheitssachen, Polizeisachen, Steuersachen - aufgelöst,
b) eine Untergliederung, soweit es möglich und sinnvoll erschien, eingeführt und
c) die ursprüngliche Einteilung nach Fächern (Reihenfolge), soweit es eben möglich war, beibehalten wurde.

Man findet daher hier kein bekanntes Schema für die Gliederung eines Amtsbestandes, wie es anderswo von den einstigen Registratoren mit viel Akribie eingerichtet worden ist. Vielmehr ist der Versuch gemacht worden, die Ordnung der Medinger Registratoren, die ihre Akten offenbar so gut kannten, dass sie ohne eine leicht erkennbare systematische Signatur auf den Aktendeckeln auskamen, zu erhalten und zwar dadurch, dass ihre "unauffälligere" Gliederung - nämlich die Abfolge der Fachnummern - möglichst eingehalten worden ist.

Der Bestand ist der einfacheren Benutzung wegen jetzt fortlaufend durchnumeriert.

Der Unterzeichnete hat den Bestand von Februar bis November 1969 verzeichnet und geordnet und nach Fertigstellung des Findbuches das Personen-, Orts- und Sachverzeichnis erstellt.

Hannover, im Mai 1973
gez. Bardehle

Einzelne Amtsakten befinden sich beim Landkreis Lüneburg; vgl. das Findbuch F.A. 181.

Hannover, den 31.10.1974
gez. Dr. Dieter Brosius

Die Akten des Amtes Ebstorf aus der Zeit vor 1859, die entgegen der Regel nicht in den vorliegenden Bestand eingegliedert worden sind, wie es die Orientierung an der Amtseinteilung von 1859 erfordert hätte, bilden einen eigenen Bestand (Hann. 74 Ebstorf), der bei einschlägigen Forschungen mit heranzuziehen ist.

Im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes ist das maschinenschriftliche Findbuch in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Hannover, im Dezember 2013

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Medingen

Zeit von 

1815

Zeit bis 

1852

Objekt_ID 

120

Ebenen_ID 

6020

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Medingen

Zeit von 

1852

Zeit bis 

1859

Objekt_ID 

82

Ebenen_ID 

6120

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Medingen

Zeit von 

1859

Zeit bis 

1885

Objekt_ID 

43

Ebenen_ID 

6320

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Ebstorf

Zeit von 

1852

Zeit bis 

1859

Objekt_ID 

69

Ebenen_ID 

6120

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Ebstorf

Zeit von 

1815

Zeit bis 

1852

Objekt_ID 

100

Ebenen_ID 

6020