NLA HA Hann. 74 Wöltingerode

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Amt Wöltingerode

Laufzeit 

1500-1931

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Enthält u.a. Generalia, Statistik, Amtshaushalt, Grenz-, Jurisdiktions-, Kommunal-, Polizei-, Landwirtschafts-, Wegebau-, Militär-, Kammer-, Domänen-, Forst- und Gewerbesachen, Kirche und Schule, Ablösungen, Steuern, Abgaben und Dienste, Teilung und Verkoppelung
Findmittel: EDV-Findbuch 2013
Umfang: 39,3 lfdm

Hinweis:
Wegen Pilzbefall, Verunreinigung und Beschädigungen kann es teilweise zu Benutzungsbeschränkungen kommen. Einige Archivalien werden nur noch als Mikrofiche zur Benutzung vorgelegt.

Bestandsgeschichte 

I. Behördengeschichte

Das Amt Wöltingerode wurde am 24. Mai 1831 durch die Zusammenfassung der Ämter Vienenburg und Schladen gebildet und umfasste somit das östliche Drittel des 1885 gegründeten Landkreises Goslar. Im Zuge der Eingliederung des ehemaligen Fürstentums Hildesheim in das Königreich Hannover nach dem Verschwinden des Königreichs Westphalen war das Amt Wiedelah - kaum wiedererstanden - bereits am 22. April 1815 dem Amte Vienenburg zugelegt worden. Das Amt Wiedelah hatte im Westen bis einschließlich Immenrode und im Norden bis incl. Wehre gereicht; das Amt Vienenburg umfasste vordem nur die Orte Vienenburg und Lochtum. Es ist mithin für die Benutzung des vorliegenden Aktenbestandes wichtig, sich gegenwärtig zu halten, dass in allen Generalia des Amtes Vienenburg 1815-1831 auch die entsprechenden Vorgänge betr. das Gebiet des ehemaligen Amtes Wiedelah zu suchen sind.

Dem Amte Schladen waren ebenfalls 1815 die früheren Liebenburgischen Gerechtsame in Dorstadt und Heiningen zugelegt worden, so dass es nun den ganzen Landstrich zwischen Oderwald und Oker von Schladen bis zur braunschweigischen Grenze umfasste. Ohlendorf aber kam nun endgültig zum Amte Liebenburg. Ferner wurde 1852 bei der Ämterreform dieses Jahres das Dorf Neuenkirchen von Wöltingerode an das Amt Liebenburg (vgl. Hann. 74 Liebenburg) abgegeben.


II. Literaturhinweise


III. Bestandsgeschichte

Der Aktenbestand Hann. 74 Wöltingerode war vor der Katastrophe des Staatsarchivs im Jahre 1943 durch ältere Behördenfindbücher erschlossen, deren letztem Bande 3 "Appendices" des Staatsarchivs angehängt waren: "App. Schladen", "App. Vienenburg", "App. Wiedelah". Diese Appendices enthielten Akten der genannten Vorämter, die anscheinend später als der Hauptbestand in das Staatsarchiv gelangt waren. Die Durchsicht ergab, dass diese Sonderstellung jedoch völlig willkürlich und zufällig war,

denn der Hauptbestand enthielt ebenfalls in Mengen Akten dieser Vorämter. Der Unterzeichnete hat daher diese Appendices aufgelöst und sie in den Hauptbestand eingeordnet. Ferner wurden eingeordnet die Wöltingeroder Provenienzen des Bestandes "Hann. 74 Goslar". Ein Amt Goslar hat es nie gegeben. Irgendwann vor 1934 hat man eine Abgabe der Kreisverwaltung Goslar, die zu ca. 50 % aus Liebenburger, 30 % aus Wöltingeroder und zu ca. 20 % aus Akten der Kreisverwaltung in Goslar (1885 ff.) bestand, als "Hann. 74 Goslar" aufgestellt. Die Auflösung dieser Pseudodesignation (1955) in die drei genannten Teile und deren Anschluß an den zuständigen Orten war ein der hannoverschen Archivtradition entsprechendes klares Erfordernis.

In Bezug auf die zeitliche Herkunft aller zu unserem Bestande Hann. 74 Wöltingerode zugehörigen Akten ist festzustellen, dass nicht nur die ältere Überlieferung (16./17. Jahrhundert) dürftig ist, sondern auch die letzte Epoche der Hann. Ämterverfassung 1859-1885 beklemmend schwach in Erscheinung tritt. Doch konnten an den zuständigen Stellen, besonders der Kreisverwaltung in Goslar, trotz eingehender wiederholter Nachforschungen keine nennenswerten bis 1885 abgeschlossenen Aktenstücke mehr ermittelt werden.

Die Durchsicht der Aktenzeichen des alten Hauptbestandes von Hann. 74 Wöltingerode und die Prüfung der Anführung von Stücken dieses Bestandes im Schrifttum vor 1943 (besonders anhand der "Quellen zur bäuerlichen Sippen- und Hofgeschichtsforschung" sowie der "Kunstdenkmäler. Landkreis Goslar") ergab ein heilloses Durcheinander von Signaturen und Nennungen einerseits nach Fachgruppen (I - V) Fach und Nummer, andererseits nach Hauptabteilungen (I - X) und sachlichen Untergliederungen. Es waren den 5 Fachgruppen entsprechend fünf verschiedene Fachzählungen vorhanden: Erstens Hauptabteilung I - VI: Fach 1 - 302 (Obergruppe: Repert. I

"Regiminalia"), zweitens Hauptabteilung VII: Steuer- und Zollsachen "Repert. III", Fach 1 - 26; drittens VIII: Militärsachen, Fach 1 - 32; viertens IX: Cameralia, Fach 1 - wenigstens 94; fünftens X: Consistorialia, Fach 1- 47. [Die Bezeichnung "Fach", der vollen nicht durchkassierten Amtsregistratur entstammend, hatte mit einer wirklichen Fachmenge nichts mehr zu tun; es lag darunter meist viel weniger, gelegentlich aber auch wesentlich mehr als ein normales Fach umfasst.] Um die Verwirrung voll zu machen, tauchen u. a. in den "Kunstdenkmälern Landkreis Goslar" - laufend durch den ganzen Band - Aktenbezeichnungen folgender Art auf: III X 1, 4 k Nr. (S. 48 Burgdorf); III, X 1 4q [ku] Nr. … (S. 271 Wöltingerode). Abgesehen davon, dass die 1 überflüssig ist, müsste die III nach der Reihenfolge der fünf Fachgruppenbeginne eine V sein, nach der anderen sachlichen Untergliederung I - X ist die III ebenfalls überzählig. Sie ist sehr wahrscheinlich als Band III des früheren Behörden-Findbuches ("Repert.") im Staatsarchiv Hannover zu erklären, in dem sich die Abt. X befunden haben dürfte. - Römische und arabische Signaturzahlen gleicher Art finden sich in buntem Wechsel.

Um alle alten Signaturformen so weit wie möglich erkennbar zu erhalten, aber eine klare Bezeichnung für die Zukunft endgültig festzulegen, wurden die vorgenannten 10 Hauptabteilungen und innerhalb dieser eine neue laufende Nummer als neue Zitiersignatur vorgesehen. Das weitere alte Sachschema dient als Orientierungssignatur, und die Fach- und Nummerbezeichnungen nebst Fachgruppen wurden ebenfalls rechts in Klammer angeführt. Das Unbefriedigende der vorliegenden Sachgliederung wurde zwecks leichten Auffindens alter Aktenzeichen bewusst in Kauf genommen. Aus letzterem Grunde wurden sonstige Umlegungen innerhalb des alten Hauptbestandes nur sehr sparsam durchgeführt, so wurde z.B. die nichtalphabetische

Reihenfolge der Orte bei den Gemeindesachen und Consistorialia belassen, zumal die Zahl der Orte auch im vereinigten Amte Wöltingerode nicht sehr groß ist. Die Abteilung "Varia" der Consistorialia (X, 9) mit ihren dicken Faszikeln "Verschiedenes", die Wertvolles verschleierten, wurde allerdings völlig aufgelöst, aufgegliedert und zu den Titeln Generalia (X, 1) und Specialia (X, 4) gebracht. Auch die alte VIII, 14: "Micellanea und Varia" der Militärsachen, wurde aufgelöst und durch eine präzisere neue VIII, 14: "Landwehrsachen" ersetzt. Vielfach deckte sich der Inhalt der einzelnen Aktenstücke gar nicht mit der Deckelaufschrift. Wenngleich da bestmöglich verbessert wurde, werden die Benutzer gebeten, auf etwa verbliebene zu arge Inkongruenzen hinzuweisen. Die drei alten Appendices Schladen, Vienenburg und Wiedelah fügten sich in dieses Schema ohne weiteres ein. Denn ihre Untersignaturen bieten durchaus das alte Wöltingeröder Registraturbild.

Das vorliegende Findbuch wurde in 3 Stücken gefertigt. Ein Exemplar ist für das Niedersächsische Staatsarchiv in Wolfenbüttel als das für den Bereich des ehemaligen Amtes Wöltingerode jetzt zuständige Archiv vorgesehen.

Hannover, den 10. November 1956
Gez. Dr. Th. Ulrich


Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Hannover, im Juli

2013

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

teilweise verzeichnet

Abgeschlossen: Nein

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Wöltingerode

Zeit von 

1831

Zeit bis 

1852

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

7720

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Wöltingerode

Zeit von 

1852

Zeit bis 

1885

Objekt_ID 

3

Ebenen_ID 

6220

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Schladen

Zeit von 

1815

Zeit bis 

1831

Objekt_ID 

3

Ebenen_ID 

7120

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Vienenburg

Zeit von 

1815

Zeit bis 

1831

Objekt_ID 

4

Ebenen_ID 

7120