NLA HA Hann. 42

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Generalkommando, Generaladjutantur

Laufzeit

1514-1886

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Generalia u.a. mit Formation u. Reduktion der Truppen, Bundeskontingent, Feldzug in Schleswig-Holstein, Varia; Pesonalia; Ausrüstung u. Versorgung der Truppen, Beschwerden, Festungen; Ingenieurkorps, Generalkriegsgericht; Akten aus dem Kriegsarchiv des Generalstabs; Ordre-Bücher, Varia
Findmittel: EDV-Findbuch 2010
Umfang: 53,1 lfdm

Die Akten sind durch Pilzbefall geschädigt und können daher nur zum Teil zur Benutzung vorgelegt werden.

Bestandsgeschichte

I. Behördengeschichte

Das Generalkommando in Hannover entstand 1714 durch das Regierungsreglement des nach England übersiedelnden Kurfürsten Georg Ludwig. (Cal. Or. 30, Nr. 42b und E v. Meier, Hannoversche Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte 1680-1866, Leipzig 1898, Band 1, S. 156ff.) Er übertrug darin unter anderem einem kommandierenden General die rein militärischen Aufgaben des Landesherren. Die Organisation dieses Generalkommandos ist unklar; in den Staatshandbüchern erscheint es nicht. (Ernst Pitz, Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Staatsarchivs in Hannover, Band 2, Göttingen 1968 (= Veröffentlichungen der niedersächsischen Archivverwaltung, Heft 25), S. 107).

Daneben entstand in London beim König eine Generaladjutantur. Auch sie wird in den Staatshandbüchern nicht erwähnt.

Seit 1818 nennt der Staatskalender einen Generaladjutanten beim Stabe des Herzogs von Cambridge in Hannover - den Generalmajor Martin - und seit 1822 einen Generaladjutanten im Stabe des Königs - den Generalleutnant v. Dörnberg, der jedoch zugleich ausserordentlicher Abgesandter in St. Petersburg war.

Das Generalkommando in Hannover erscheint im Staatshandbuch erstmalig im Jahre 1824. Es rangiert als Dienststelle des Generalgouverneurs und kommandierenden Generals aller Truppen als eine oberste Staatsbehörde neben dem Staats- und Kabinetts-Ministerium un dem Geheimen Ratskollegium. Der Staatskalender bezeichnet als seine Kompetenzen (Staats- u. Adresskalender für das Königreich Hannover auf das Jahr 1824, S. 40):
Alle bloß militärische Angelegenheiten, die auf den Dienst, die Übungen und die Disziplin der Truppen Beziehung haben; desgleichen alle Avancements und die Offizier-Pensions-Angelegenheiten; die Anschaffung und Unterhaltung aller Militärvorräte; der Bau und die Unterhaltung der Festungen, und auch, in Übereinstimmung mit dem Staats- und

Kabinettsministerio, diejenigen Angelegenheiten, welche die Dislokation und den Marsch der Truppen betreffen.

Zur Führung der Geschäfte war ihm der Stab der Armee übergeben.

Die Akten des vorliegenden Bestandes Hann. 42 sind für die Jahre 1814-1837 Akten des Generalkommandos in Hannover, nicht aber Akten der Generaladjutantur in London.

1837 kehrte der König nach Hannover zurück und übernahm selbst das Kommando der Armee. Da auch die Generaladjutantur von London nach Hannover verlegt wurde, wurde das Generalkommando in Hannover aufgehoben (Generalordre an die Armee vom 13.7.1837). Es ging auf im königlichen Kabinett, (Pitz, S. 112) während seine Kompetenzen jetzt von der Generaladjutantur übernommen wurden (Pitz, S. 114).

Das Staatshandbuch umschreibt die Aufgaben der Generaladjutantur wie folgt (Hof- u. Staatshandbuch für das Königreich Hannover auf das Jahr 1838, S. 122): Die Generaladjutantur leitet mit dem Chef des General-Stabes unter dem unmittelbaren Befehle Seiner Majestät alle rein militärischen Angelegenheiten, welche auf den Dienst, die Übungen und die Disziplin der Truppen, auf die Diensttüchtigkeit der Armee und auf die Verteidigung des Landes Bezug haben.

Der Generaladjutant war vortragender General im königlichen Militär-Kabinett, er hielt Vortrag über alle militärischen Vorkommnisse, besonders auch über Personalien. Da alle Befehle des Königs durch den Generaladjutanten als General-Ordres der Armee zugestellt wurden, war die Generaladjutantur seit 1837 die eigentliche Kommandobehörde der Armee (Pitz, S. 112f.).

Lister der hannoverschen Generaladjutanten
-1829 Generalmajor David August Martin
1829-1838 Oberst (1831 Generalmajor) Hans v. dem Bussche
1838-1845 Generalmajor Ernst v. Linsingen
1845-1848 Generalmajor Victor L. Prott
1848-1850 Oberstleutnant (1848 Oberst, 1849 Generalmajor) Carl Jacobi
1850-1866

Oberstleutnant (1853 Oberst, 1855 Generalmajor, 1856 geadelt, 1862 Generalleutnant) Ernst Heinrich Wilhelm (v.) Tschirschnitz (er war schon seit 1838 in der Generaladjutantur tätig gewesen)
Juni 1866 Oberst Friedrich Dammers


II. Literaturhinweise


III. Parallele Bestände

Hann. 39
Hann. 43
Hann. 44
Hann. 45
Hann. 45a
Hann. 47
Hann. 48
Hann. 48b


IV. Bestandsgeschichte

Bei der Ordnung und Verzeichnung der Akten wurde die alte Systematik bis auf wenige Ausnahmen beibehalten.
Folgende fremde Provenienzen wurden dabei festgestellt:
Kabinettsministerium: Nr. 9
Kriegsministerium: Nr. 13-17, 1160, 1960-1976, 1987-1991
Kriegskanzlei: Nr. 10-12
General-Kriegs-Gericht bzw. Feld-General-Kriegs-Gericht: Nr. 1750-1794, 2027-2177
Ingenieurkorps: Nr. 2017-2026
Kriegskommissariat des 10. Bundes-Armee-Korps: Nr. 738-742, 744-748
Nachlass Oberstleutnant Seweloh: Nr. 1398

Da diese Akten fremder Provenienz bereits früher in die Systematik des Bestandes Hann. 42 eingegliedert waren, wurden sie im Bestand belassen. Soweit nötig, wurden Verweise bei den einschlägigen Provenienzbeständen angebracht.

Fach 134 im Bestand Hann. Des. 42 trug alte Signaturen von Hann. 41 E XXXI. Diese Akten sind wiederum Hann. 41 eingegliedert worden.

1 Russisch-Deutsche Legion (Aus der s.g. deutschen Kanzlei) 1813-15
2 Russisch-Deutsche Legion: Generalstab 1814
3 Desgl.: Kavallerie (namentl. Listen unterteilt nach Kompanien bzw. Batterien)
4 Desgl.: Infanterie (namentl. Listen unterteilt nach Kompanien bzw. Batterien)
5 Desgl.: Artillerie (namentl. Listen unterteilt nach Kompanien bzw. Batterien)
6 Desgl.: Hospitäler (namentl. Listen)
7 Desgl.: Ab- und Zugangs-Listen 1814
8 Desgl.: Inspektion des Korps durch Oberstleutnant v. Martin 1814
9 Desgl.: Verschiedenes 1814
12 Desgl.: Wundärzte für das Hospital der Russisch-Deutschen Legion

1814

Die neuen Signaturen dafür lauten: Hann. 41, XXI, Nr. 7-19

Aus dem unverzeichneten Bestand Hann. 45 wurde 1 Fach Akten, das bereits die alten Signaturen des Bestandes Hann. 42 trug, hierher zurückverlegt.

Außerdem befinden sich teilweise in Abschrift erhaltene Schriftstücke aus älterer Zeit (17.-18. Jahrhundert in:
Nr. 1405-1473 Sammlung historischer Nachrichten zum Zweck einer Geschichte der hannoverschen Truppen (1674-1866) Nr. 2178-2224 Gebundene Archivalien (1693-1866))

Die Ordnungsarbeit basiert auf Arbeiten von Herrn Archivoberrat Dr. Rautenberg. Sie wurden vom Unterzeichneten während der Quellenarbeit für seine Dissertation zuende geführt. Von ihm wurde das Findbuch zusammengestellt und geschrieben.

Hannover, den 9. Juni 1972
gez. Peter Düsterdieck

Im September 1991 sind einige Akten des ehemaligen Garnison-Gerichts Celle, die über die Wehrbereichsverwaltung Hannover an die Bücherei des Oberlandesgerichts Celle gelangt waren, von dieser an das HStA Hannover abgegeben worden und als Nr. 2028 a-f zum Bestand Hann 42. gelegt worden.

Hannover, April 1993
gez. Dr. Thomas

Franke

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

teilweise verzeichnet