NLA HA Celle Br. 74

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Kaiserliches Kammergericht in Speyer

Laufzeit 

1416-1752

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Prozessmaterial, alphabetisch geordnet, u.a. Grubenhagensche Sukzession, Streit mit Hamburg wegen Elbschifffahrt, Streit mit Mainz wegen Eichsfeldische Pertinenzien, Streit mit Lüneburg wegen der Sülze
Findmittel: EDV-Findbuch in Bearbeitung
Umfang: 28,8 lfdm

Bestandsgeschichte 

I. Bestandsinformation

Bei dem Bestand Celle Br. 74 handelt es sich um Cellische Akten und Korrespondenzen zu Verfahren, die am kaiserlichen Kammergericht zu Speyer rechtshängig waren, insbesondere um Proressmaterial der Prokuratoren zu Speyer, das von diesen aus Speyer nach Celle gesandt wurde. Die Provenienz des Bestandes ist also im Wesentlichen die fürstliche Kanzlei zu Celle, entweder als Primär- oder als Sekundär-Provenienz. Außer dem Celler Material finden sich hier allerdings auch zahlreiche Akten aus den Kanzleien anderer welfischer Territorien - vor allem Harburg, daneben Grubenhagen, Wolfenbüttel und Hannover (vgl. Celle Br. 74 Nr. 54) -, ja auch der kaiserlichen Kanzlei (vgl. Celle Br. 74 Nr. 386) vor, die offenbar in Zuge der Prozesse nach Celle "kommuniziert" worden sind.

Der Bestand enthält vielfach Materialien zu historisch wichtigen Fragen. Insbesondere sind hier die umfangreichen Akten zu nennen, die sich auf die langjährigen Streitigkeiten zwischen den Herzögen zu Lüneburg und den Herzögen zu Wolfenbüttel über die Erbfolge im Fürstentum Grubenhagen beziehen. Des Weiteren sind hier Akten über den Streit des Fürstentums Lüneburg mit der Stadt Hamburg betreffend die Elbschifffahrt, den Streit mit Kurmainz betreffend die welfischen Besitzungen im Eichsfeld, den Streit zwischen Celle und Wolfenbüttel betreffend die 11 Klageunkte der Stadt Braunschweig, den Streit über die Grafschaften Homburg und Everstein, den Streit mit der Stadt Lüneburg über die Sülze sowie den Streit mit der Familie von der Schulenburg betreffend das Amt Klötze in der Altmark zu finden.

Hinsichtlich der Elbschifffahrt sind die Bestände Celle Br. 70, Celle Br. 71 und Celle Br. 60 vergleichend heranzuziehen; hinsichtlich der verschiedenen Rechtsstreitigkeiten wird der Bestand durch Celle Br. 110 ergänzt.

Aus Celle Br. 74 Nr. 206 wurde ein "Registrum in Zaken unde Handelen

der Losekundunge up de Herschop van Hombroch mit Copien der uthgesanden und entfangenen Sandebreve 1498-1502" entnommen und als Cop. III 02 aufgestellt.

Bemerkenswert sind die in Celle Br. 74 Nr. 222 befindlichen Siegelnachzeichnungen des 16. Jahrhunderts.


II. Erschließungsinformation

"Die Akten liegen alphabetisch nach den Namen der Personen (des Klägers oder des Beklagten). Sie enthalten naturgemäß fast lediglich solche Rechtsstreitigkeiten, welche seitens des fürstlichen Hauses Braunschweig-Lüneburg oder gegen dasselbe erhoben worden wist oder welche auf die staatlichen Verhältnisse des Landes Bezug haben" (vgl. Max Bär, Übersicht, S. 49). An die alphabetisch aufgereihten Sachakten sind ab Celle Br. 74 Nr. 368 einige generellere Akten zur Korrespondenz zwischen der Regierung zu Celle und einzelnen Prokuratoren zu Speyer, Rechtsgutachtern etc. über verschiedene Rechtssachen sowie "Designationen" (Verzeichnisse) etc. von Rechtssachen anhängt. Der Gesamtbestand ist später durchgezählt worden.

Das nach dem Krieg erstellte, maschinenschriftliche Findbuch stellt lediglich einen Ersatz des am 9. Oktober 1943 verbrannten alten Verzeichnisse dar. Die bisherige Ordnung des im großen und ganzen gut erhaltenen Bestandes ist also trotz gelegentlich störender Mängel beibehalten worden. Bei der Neuverzeichnung wurden die in dem Bestand festgestellten Urkunden aus der Zeit vor 1500 im Enthält-Vermerk erfasst. In Anbetracht der außerordentlichen Reichhaltigkeit des Urkundenmaterials konnte bei der für die Fertigstellung des Repertoriums gebotenen Beschleunigung eine Vollständigkeit der Drucke in den Regesten nicht angestrebt sondern nur die jeweils erreichbare Literatur zitiert werden.

Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes im Jahr 2006 in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden. Hierbei ist der

Bestand neu numeriert worden.

Soweit die derzeitige Verzeichnung dies zulässt, wurden die Partei- und Kommissionsakten des Bestandes ohne Anspruch auf Vollständigkeit identifiziert und durch Hinweise auf die entsprechenden Prozessakten des Reichskammergerichts ergänzt. Dabei ist zu beachten, dass der Bestand nicht nur Akten enthält, die sich auf Prozessakten der drei im Hauptstaatsarchiv Hannover überlieferten Reichskammergerichtsbestände Hann. 27 Hannover, Hann. 27 Hildesheim und Hann. 27 Lüneburg beziehen. Vielmehr nehmen einige Akten auch auf Reichskammergerichtsprozesse Bezug, deren Prozessakten sich heute v. a. in den niedersächsischen Staatsarchiven Stade (Rep. 27), Wolfenbüttel (6 Alt) und Oldenburg (Best. 20-46) sowie im Landesarchiv NRW - Abteilung Westfalen (ehemaliges Staatsarchiv Münster) befinden.

Hannover, im Oktober 2010
gez. Dr. Claudia

Kauertz

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet