NLA HA Celle Br. 61a

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Ämtersachen der (Justiz-)Kanzlei zu Celle, Städtesachen

Laufzeit

1302-1818

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Amtsbedienstete, Bausachen, Deichsachen, Handelssachen, Hochzeitssachen, Höfesachen, Jahrmärkte, Kontributionen, Kornzehnt, Landgericht, Mühlensachen, Privilegien, Prozesse, Schatzregister, Schulsachen, Viehsachen, Zehntsachen, Zollsachen u.a.
Findmittel: EDV-Findbuch 2011
Umfang: 31,7 lfdm

Hinweis: Der Bestand ist komplett auf Mikrofiche verfügbar und wird aus konservatorischen Gründen nur in dieser Reproduktionsform zur Benutzung vorgelegt.

Bestandsgeschichte

Die Neuerstellung des Findbuches Celle Br. 61 a im Zuge des Ersatzes der durch Kriegseinwirkung zerstörten Repertorien des Niedersächsischen Staatsarchivs in Hannover wurde zunächst in derselben Form begonnen, wie sie für die übrigen Bestände (Designationen) des Celler Briefschaftsarchives durchweg mit Erfolg durchgeführt worden war: Neuaufnahme der Aktentitel unter Belassung des vorliegenden Ordnungszustandes.

Bereits bei der Bearbeitung des ersten Amts Ahlden ergab sich jedoch, dass die bewährte Methode der Repertorien-Anfertigung hier nicht empfehlenswert war. Der Ordnungszustand der Akten war eine solcher, dass bei bloßer Neuaufnahme der Titel für den Benutzer Schwierigkeiten erwachsen wären.

Bei Ahlden wie bei allen übrigen Ämtern war die chronologische Folge nicht einheitlich gewahrt. Meist lagen
zunächst eine Reihe chronologisch geordneter Stücke mit Einzelnummern vor; am Ende oder an anderer Stelle waren jedoch - bei einzelnen Ämtern sehr zahlreiche - zeitlich unterschiedliche Vorgänge unter einer Nummer zusammengefasst, die nicht bearbeitet waren. Die ursprüngliche Situation kann am Amte Winsen/Luhe nachgeprüft werden, wo die Akten für eine Versendung in der alten Reihenfolge geheftet worden sind und eine chronologische Neuordnung der Einzelstücke nicht mehr möglich war. Bereits dieser Sachverhalt legte es nahe, vor der Neuverzeichnung von Celle Br. 61 a eine durchgreifende Neuordnung des Materials durchzuführen:
Chronologische Aufreihung der Einzelvorgänge unter den alphabetisch geordneten Ämtern (analog der Ordnung von Cal. Br. 2).

Ein Weiteres kam hinzu. Bei der Ablage der Einzelvorgänge zu den zuständigen Ämtern sind bereits in der Celler Kanzlei häufig Irrtümer vorgekommen. Die falsch eingelegten Stücke mussten herausgenommen werden. Es sei bemerkt, dass sich sogar Stücke fanden, die gar nicht zu Celle Br. 61 a gehörten und die daher zu

anderen Beständen (Designationen) überführt worden sind (z.B. Stücke für Blankenburg zu Celle Br. 112, Stücke für
das Kloster Heiligenrode zu Celle Br. 72).

Die einzelnen Bände des Findbuchs Celle Br. 61a stellen also keine einfache Neuaufnahme des Aktenmaterials, sondern den Niederschlag einer Ordnungsarbeit im eigentlichen Sinne des Wortes dar. Auch der Aktentitel musste in sehr zahlreichen Fällen neu gefasst werden; Orts- und Familiennamen wurden für die Heimatforschung nach Möglichkeit ausgeworfen. Festgestellte Urkundenabschriften aus der Zeit vor 1500 wurden registriert, sonstige Beilagen (z.B. Geld- und Kornregister) in Enthält-Vermerken notiert. Die vorgefundene Ämter-Einteilung wurde belassen. Celle wurde in Celle Burgvogtei und Celle Stadt geschieden, Gartow und Knesebeck wurden ergänzt. Die Bearbeitung des umfangreichen Bestandes wurde zweckdienlicher Weise in der Form durchgeführt, dass die falsch eingelagerten Stücke für die alphabetisch nachfolgenden Ämter zurückgelegt und bei deren Neuordnung nach Möglichkeit gleicht miterfasst wurden. Die aus alphabetisch späteren Ämtern anfallenden Stücke für
alphabetisch frühere Ämter waren bei den Letzteren nachzutragen.

Der schlechte Ordnungszustand von Celle Br. 61a erklärt sich aus der Geschichte des Bestandes. Bei Max Bär, S. 46 ist er als Ämtersachen der Justizkanzlei zu Celle (1544-1730) gekennzeichnet. Bei der Provenienz der Justizkanzlei hat man geglaubt, es handle sich um Justizakten und hat dem reichen Material keine weitere Beachtung geschenkt, während die Ämtersachen der Kanzlei in Celle (Celle Br. 61) von jeher stark benutzt worden sind. In Wahrheit besteht zwischen beiden Beständen kein Unterschied; ihre getrennte Aufstellung hängt mit der bisher nicht genügend bekannten behördengeschichtlichen Entwicklung der Kanzlei zur Justizkanzlei zusammen.

Diese Entwicklung habe ich für Wolfenbüttel

ausführlich verfolgt (vgl. Zur Geschichte der Kanzlei und des
Hofgerichts zu Wolfenbüttel im 16. und 17. Jahrhundert, in: Beiträge zur Geschichte des Gerichtswesens im Lande
Braunschweig (= Quellen und Forschungen zur Braunschweigischen Geschichte 14), Braunschweig 1954, S. 99
ff.). Für Celle ist W. Ohnsorge zu vergleichen (vgl. W. Ohnsorge, Zum Problem Fürst und Verwaltung um die Wende des 16. Jahrhunderts, in: Blätter für Deutsche Landesgeschichte 88, 1951, S. 152 ff); siehe auch H. J. von der Ohe, Die Zentral- und Hofverwaltung des Fürstentums Lüneburg (Celle), Celle, 1955, S. 46.

Dadurch dass die bei der Kanzlei, der umfassenden zentralen Dienststelle des 16. Jahrhunderts, entstandenen Akten bei der Behörde blieben, die durch Abspaltung und Aushöhlung zur Justizkanzlei des 17. und 18. Jahrhunderts wurde, erschienen sie als Ämtersachen der Justizkanzlei. Tatsächlich stellen sie zusammen mit dem Bestand Celle Br. 61 genau den Parallelbestand zu Cal. Br. 2 dar und haben genau denselben Wert. Ihm entspricht die ungemein lebhafte Benutzung dieses bisher so gut wie übersehenen Fonds nach dem fortschreitenden Entstehen der neuen Bände von Celle Br. 61a.

Die Sichtung des Bestandes, die Aktenverzeichnung und nachfolgende Einordnung der angefallenen falsch gelagerten Stücke hat sich über Jahre hingezogen, weil der Sachbearbeiter zwischendurch die Anfertigung von Übersichten (zum Teil mit Einzelverzeichnung) für die gesamten den Regierungsbezirk Lüneburg betreffenden Ämterakten (Bestand Hann. 74) - einem dringlichen Bedürfnis des Benutzersaals und der Auskunftserteilung zu Folge - durchführen musste, die mit einer Revision und gelegentlicher Neuordnung von ca. 4.000 Fach Ämterakten verbunden war.

Durch diese Übersichten und das Repertorium Celle Br. 61a hat gerade die Heimatgeschichtsforschung des Fürstentums Lüneburg für das 16. bis 17. Jahrhundert neue

Arbeitsmöglichkeiten erhalten

Hannover, den 11. Oktober 1958
gez. Dr. Ohnsorge

Im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes ist das maschinenschriftliche Findbuch in die archivische
EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Der Bestand ist komplett auf Mikrofiche verfügbar und wird aus konservatorischen Gründen nur in dieser Reproduktionsform zur Benutzung vorgelegt.

Hannover, im September 2011

Hinweis 2017: Vom Amt Wustrow und Nachfolgebehörden befindet sich ein umfangreicher Bestand (17.-20. Jh.) im Museum Wustrow.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

teilweise verzeichnet

Abgeschlossen: Nein