NLA HA Celle Br. 68

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Fürstliche Konferenzakten und Protokolle

Laufzeit 

1551-1705

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Protokolle der Geheimen Räte, Friedenstraktate zu Nimwegen, Protokolle über die Verhandlungen wegen des Krieges u.a.
Findmittel: EDV-Findbuch 2010
Umfang: 3,9 lfdm

Bestandsgeschichte 

Unter den in der Celler Kanzlei erwachsenen Beständen des Celler Archivs nehmen einige (Celle Br. 65, Celle Br. 66, Celle Br. 69, Celle Br. 110) eine Sonderstellung ein, indem sie nicht Aktenzusammenfassungen unter einem Betreff darstellen, sondern auf den Entstehungsprozess der Akten zurückgreifen und aus ihm eine bestimmte Aktenart (mit einer Vielzahl verschiedener Betreffe) herausgreifen. Auch vorliegender Bestand scheint zunächst seinem Titel nach zu dieser Gruppe zu gehören. In der Tat finden sich in ihm Protokolle des Geheimen Rats (Nr. 4, 5, 8-11, 29, 31, 35, 36a, u. a.), ein Lüneburger Landtagsprotokoll (Nr. 4 XI), Protokolle von Konferenzen mit den Hoyaschen Landständen (Nr. 4 XI), mit Hamburg (Nr. 4 XIII), mit den anderen Linien des fürstlichen Hauses und fremden Fürsten (Nr. 17, 19, 21, 22, 25, 31, 34, 38, 40, 41, 46) sowie von Konferenzen des Hauses Braunschweig-Lüneburg, und zwar sowohl von Konferenzen mit sämtlichen wie mit der einen oder anderen Linie des fürstlichen Hauses. Demnach scheint es sich zunächst um Konferenzakten schlechthin zu handeln, die in diesem Bestande vereinigt sind. Doch liegt der Schwerpunkt der Akten - und zwar mit der Zeit zunehmend - so eindeutig auf den Protokollen und Berichten von den Konferenzen des Hauses Braunschweig-Lüneburg sowie den Konferenzen des fürstlichen Hauses mit fremden Mächten, dass eine erläuternde Ergänzung des Titels notwendig wurde; und zwar in dem Sinne, dass es sich vorwiegend um Akten bezüglich der gemeinsamen Rechte, Ansprüche und Interessen des fürstlichen Hauses handelt. Denn aus der obigen Einengung des Begriffes "Konferenzakten" ergibt sich bereits eine entsprechende Fixierung auch des Betreffs.

Anders ausgedrückt betrifft vorliegender Bestand also vorwiegend Domestica, also gemeinsame Interessen des Hauses Braunschweig-Lüneburg, soweit sie auf den Hauskonferenzen oder auf Konferenzen mit

Dritten verhandelt wurden. Aber auch letztere Einschränkung muss ihrerseits wieder durch ein "vorwiegend" begrenzt werden. Denn dieser gemeinsame Interessenkreis war, wie ein Blick in vorliegendes Findbuch zeigt, (besonders auf außenpolitischem Gebiet) sehr weit. Er umfasst somit auch Materien, für die auch ein spezielles Lüneburgisches Interesse vorlag und für die eine besondere Registraturabteilung bestand. So finden sich die Betreffe der meisten Designationen des Celler Archivs, soweit sie in der Celler Kanzlei erwachsen sind und zeitlich mit dem vorliegenden Bestand zusammenfallen, auch hier wieder. Die Abgrenzung zwischen diesen speziellen Registraturabteilungen und dieser übergreifenden, unter dem Gesichtspunkt der Hauskonferenzen bzw. Hausinteressen angelegten, Sonderabteilungen ist nicht immer scharf. Einerseits finden sich hier eingestreut auch Korrespondenzen, die zwar an Konferenzmaterien anschließen, aber aktenmäßig nicht mehr in den Konferenzen ihre Wurzel haben (besonders z. B. Nr. 44, 46, 49, 52). Andererseits verengt sich der Inhalt gelegentlich auf Vorakten, Capita deliberanda, Protokollextrakte oder auf die minderwichtigen Materien mit Notierungen der fürstlichen Resolutionen oder Hinweisen auf die Registrierung der Protokolle oder wenigstens der "Haupt Sachen" bei den "ordentlichen Akten" (Nr. 54c, 56).

Einen ausgesprochenen Fremdkörper in dem Bestand bilden die Nr. 51, 54aa, 54b und 54c I-II, die aus der hannoverschen Kanzlei stammen. Auf welchem Wege sie sich hierher verirrt haben, ist nicht mehr festzustellen. Von einer Rückgliederung dieser Faszikel zu Cal. Br. 22 Gliederungspunkt 5 (Des. 22 V) des Calenberger Briefschaftsarchivs, der sie entstammen müssen, wurde mit Rücksicht darauf, dass der Bestand bereits in der Literatur herangezogen ist, abgesehen.

Die Wiederherstellung des 1943 vernichteten Fundbuches musste von Grund auf neu

geschehen. Auf den Aktendeckeln fanden sich im Allgemeinen nicht viel mehr als ungenügende Zeitangaben. Eine verbessernde Übernahme lediglich dieser Titel hätte eine nur unbefriedigende Aufschließung des Bestandes bedeutet. Andererseits steckt besonders in den zahlreichen Protokollen naturgemäß eine derartige Fülle verschiedenartiger Materien - von oft kleinstem Umfang und (unter allgemeinen Gesichtspunkten) geringster Bedeutung - dass schon mit Rücksicht auf die dringenden anderen Neuordnungs- und Verzeichnisarbeiten im Staatsarchiv eine Begrenzung ihrer Verzeichnung notwendig war. Summarische Zusammenfassungen, oft nur in Stichworten (Postwesen, Münzsachen, Ratisbonensia, Helmstadensia und dergleichen) oder auch Nichterwähnung von Bagatellsachen - obwohl auch sie u. U. selbstverständlich, in Zusammenhänge gestellt, ihr Gewicht haben können - waren daher nicht zu umgehen. Andererseits konnte, wo der Gegenstand es zu rechtfertigen schien, seine nur summarische Verzeichnung unter einem Oberbegriff oft nicht genügen, so dass gelegentlich auch unmittelbar substanzielle Hinweise gegeben sind. Dass solche Unterscheidungen in der Auswahl und der Art der Verzeichnung mit dem Makel des Subjektiven behaftet sind, muss in Kauf genommen werden.

März 1950
gez. Dr. Th. Penners

Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes zunächst eingescannt und im Anschluss in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Hannover, im Dezember

2006

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet