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Beschreibung: Bestand

Identifikation (kurz)

Titel 

Carstens, Karl

Laufzeit 

1894-1914

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners 

Karl Carstens, der Vater des gleichnamigen Bundespräsidenten, wurde am 10.2.1877 in Bremen geboren. Seine Mutter war Marie Elisabeth geb. Detjen, sein Vater der Postbeamte Johann Heinrich Friedrich C. (1844-1902). Er besuchte die Schule von St. Remberti, die Realschule in der Altstadt und die Handelsschule, wo er am 14.3.1895 das Zeugnis der Reife erhielt. Anschließend studierte er in Marburg, Paris und Berlin Deutsch, Englisch und Französisch. Einen Studienaufenthalt in England holte er nach seinem (im Mai 1900 bestandenen) Staatsexamen nach. Im Herbst 1901 trat er als wissenschaftlicher Hilfslehrer in den Lehrkörper der Handelsschule ein, wurde zu Ostern 1903 zum Oberlehrer (Studienrat) an derselben Anstalt ernannt und ging als solcher bei ihrer Teilung Ostern 1905 in das Realgymnasium über.
Im Februar 1906 legte er das Doktorexamen ab; der Titel seiner Promotionsschrift lautet "Beiträge zur Geschichte der bremischen Familiennamen". Verschiedene Auslandsaufenthalte folgten. Auch die namenskundlichen Studien setzte Carstens fort.
Am 2.10.1909 heiratete er in Bremen Gertrud Clausen (1880-1963), die Tochter des Bauinspektors Wilhelm Clausen (1843-1896). 1914 wurde als einziges Kind Karl geboren, der von 1979 bis 1984 Bundespräsident war.
Carstens hatte 1900-1901 beim Infanterieregiment Bremen Nr. 75 gedient und auch Reserveübungen gemacht. Als Oberleutnant der Reserve und Kompaniechef zog er nun 1914 mit dem Altonaer Reserveregiment Nr. 31 ins Feld. Er fiel am 6.10.1914 bei La Potière/Nyon (bzw. Arbre de Canny). Sein Leichnam wurde später überführt und am 11.1.1917 auf dem Riensberger Friedhof beigesetzt.

In seiner Dissertation untersucht Carstens die bremischen Familiennamen von 1289 bis 1519 und teil sie in drei Gruppen: 1. Familiennamen nach Vornamen, 2. Familiennamen nach Herkunft (Endung -man), 3. Familiennamen nach Beruf (Endung -er). Zu einer Untersuchung der Übernamen ist Carstens nicht mehr gekommen. Seine Arbeit wurde Grundlage aller späteren bremischen Namensforschung.

Bestandsgeschichte 

Der zwei Archivkartons umfassende, wissenschaftliche Nachlass von Karl Carstens wurde dem Archiv am 15.9.1965 von seinem Sohn, damals Staatssekretär im Auswärtigen Amt, übergeben. Ein Teil des Bestandes bezieht sich auf die spätere Ehefrau Gertrud Clausen.
Bremen 1998
Gerd Bourbeck

Enthält 

Sammlung namenkundlicher Materialien - Vorlesungsmitschriften und Exzerpte aus der Studienzeit

Literatur 

Karl Carstens, Beiträge zur Geschichte der bremischen Familiennamen, Diss., Univ. Marburg 1906.
Art. "Carstens", in: Bremisches Jahrbuch Bd. 26 (1914), S. 167-168; Art. "Carstens" , in: Bremische Biographie 1912-1962, S. 90.

Siehe

Korrespondierende Archivalien 

4,111Pers.-914

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

0,2