
Identifikation (kurz)
Titel
Vorlass des Berufspädagogen Prof. Dr. Günter Wiemann
Laufzeit
1874-2015
Bestandsdaten
Geschichte des Bestandsbildners
Günter Wiemann, geb. am 15. Mai 1922 in Oker, lernte zunächst Tischler. Nach dem Studium in Solingen und ... unterrichtete er 1951-1964 als Gewerbelehrer bzw. Gewerbeoberlehrer an der Kreisberufsschule in Wolfenbüttel. In dieser Zeit machte er auf sich aufmerksam, weil er durch eine berufliche Grundbildung "Jungarbeitern" Perspektiven öffnen wollte. 1964 wechselte er als Oberstudiendirektor an die Gewerbliche Berufsschule Salzgitter. Dort plante und baute er das neue Berufsschulzentrum und entwickelte didaktische Modelle für die Berufsgrundbildung. 1974 wurde er als ordentlicher Professor für Sozialpädagogik an die Technische Universität Hannover berufen.
Im selben Jahr erfolgte seine Abordnung an das Niedersächsische Kultusministerium mit dem Auftrag, eine Abteilung "Berufliche Bildung" aufzubauen. Er setzte die Einführung des Berufsgrundbildungsjahres durch und förderte das Berufsschulwesen. 1979 übernahm er als Präsident die Leitung des Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und Unterrichtsforschung in Hildesheim. 1987 trat er in den Ruhestand, den er in Wolfenbüttel und Braunschweig verbrachte. Neben der Fortentwicklung der Berufspädagogik lag ihm der Kontakt mit ausländischen Kollegen sehr am Herzen: Alte Verbindungen nach Schweden nutzte er, um an dortige Berufsbildungskonzepte anzuknüpfen; sein Engagement für die deutsch-russischen Dialog führten 1993 zu seiner Berufung in das Kuratorium der "Russischen Akademie für Bildung".
In den letzten Jahren galt sein Interesse verstärkt auch der regionalen Arbeitergeschichte. Er zählte zu den Mitbegründern der "Akademie für Regionale Gewerkschaftsgeschichte" in Braunschweig. Günter Wiemann erfuhr zahlreiche Ehreungen - darunter die Ehrenpromotionen der Universität Hannover und der Gesamthochschule Kassel -; er erhielt 1998 die Uschinski-Medaille und 2011 die Willy-Brandt-Medaille. Schon 1987 war er zum Ehrenvorsitzenden des "Internationalen Arbeitskreises Sonnenberg" ernannt worden. Am 18. August 2016 starb Wiemann in Braunschweig.